19. April 2026 – Chiara-Lee Haartje

3:1 Niederlage

Trotz Traumtor von Glatzel: HSV wird Aufbaugegner für Werder

Der Hamburger SV verliert das Nordderby 1:3 gegen den SV Werder Bremen. Nach einem kraftvollen Start beider Fanlager und einem guten Anlauf ins Spiel müssen sich die Hamburger in Unterzahl geschlagen geben und kassieren dabei 3 Rote Karten.

HSV-SV Werder Bremen
Der Hamburger SV verliert mit 1:3 in Bremen und kassiert 3 Rote Karten. I Foto: picture alliance / DeFodi Images | Ralf Treese

Nach einer beeindruckenden Choreografie auf beiden Fanseiten finden die Hamburger gut ins Spiel. In der 4. Minute gibt es die erste Chance für den HSV: Viera führt einen Freistoß aus etwa 20 Metern aus und bringt den Ball in den Strafraum. Remberg verlängert per Kopf auf Bobby, der ebenfalls per Kopf abschließt, den Ball jedoch rund zwei Meter neben das Tor setzt.

Bremen führt, HSV gleicht schnell aus

Und plötzlich führt Werder (37.) . Nach einem Seitenwechsel kommt Muheim im rechten Strafraum per Kopf nicht richtig an den Ball, sodass Sugawara fast bis zur Torauslinie durchlaufen kann und an den Fünfmeterraum flankt. Dort steigt Stage unbedrängt zum Kopfball hoch und vollstreckt wuchtig.

Keine vier Minuten (41.) später trifft Bobby Glatzel mit einem Traumtor und lässt die Hamburger wieder hoffen: Capaldo leitet den Angriff vom eigenen Strafraum aus ein. An der Mittellinie setzt sich Glatzel im Zweikampf gegen Coulibaly durch, der dabei zu Boden geht. Im Strafraum angekommen, schließt Glatzel aus spitzem Winkel ab und hämmert den Ball präzise in den linken oberen Winkel.

Schnelles Tor für Werder im zweiten Durchgang

Wie schon zu Beginn der ersten Hälfte hat Bremen auch im zweiten Durchgang mehr vom Spiel. Nach einer Flanke aus dem linken Halbfeld kommt Stage erneut zum Kopfball, setzt diesen jedoch unplatziert genau auf Heuer Fernandes.

Nach zwölf Minuten in der zweiten Halbzeit fällt dann das Tor: 2:1 für Werder Bremen (57.) ! Es ist Stages neuntes Saisontor. Nach einem Angriff über die rechte Seite kommt er zentral an den Ball und schlenzt ihn aus rund 17 Metern ins rechte obere Eck.

Achter Platzverweis für die Rothosen

Der in der 66. Minute eingewechselte Hamburger Otele, darf nach 13 Minuten mit glatt rot wieder vom Platz gehen (79.): Puertas liegt nach einem Zweikampf am Boden, wobei Otele ihm in der Dynamik der Situation wohl eher unabsichtlich auf das Bein tritt. Der VAR greift ein, und Schiedsrichter Exner zeigt Rot. Es ist bereits die achte Rote Karte in dieser Saison – und nicht die einzige in diesem Spiel. Die Hamburger müssen nun in Unterzahl weiterspielen.

In der 85. Minute zieht Grüll halblinks am Strafraum in Richtung Tor. Torunarigha ist noch in der Nähe, doch Jatta grätscht mit offener Sohle und trifft Grüll am Bein. Exner zeigt zunächst erneut die Rote Karte, wird jedoch vom VAR korrigiert: Die Entscheidung wird zurückgenommen, es bleibt bei einem rücksichtslosen Foulspiel.

Tor und drei Platzverweise in der Nachspielzeit

Der vierte Offizielle zeigt zwölf Minuten Nachspielzeit an. Für den HSV scheint noch alles möglich, doch Bremen macht den Hamburgern einen Strich durch die Rechnung. In der 90.+1 Minute klärt der unter Druck gesetzte Heuer Fernandes den Ball am eigenen Strafraumrand nur unzureichend. So gelangt der Ball über Bittencourt zu Schmid, der per Hacke klug nach links zu Puertas ablegt. Dieser trifft anschließend abgeklärt flach ins linke untere Eck.

Im Stadion herrscht Ekstase, doch kurz darauf kommt es zu einer Rudelbildung: Beide Co-Trainer, Loic Favé und Jan Hoepner, sowie HSV-Physiotherapeut Tim Roussis sehen die Rote Karte.

Insgesamt gewinnt Werder Bremen aufgrund der stärkeren zweiten Hälfte nicht unverdient eine vor allem in der Schlussphase turbulente Partie, geprägt von einer Roten Karte nach VAR gegen Otele, einer zurückgenommenen Roten Karte gegen Jatta sowie weiteren Platzverweisen gegen die Co-Trainer.

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