12. Oktober 2026 – Mara Schwarzenberger
Um Hamburgs geplantes Naturkundemuseum entbrennt ein Streit in der rot-grünen Koalition. Bürgermeister Peter Tschentscher hält an dem Millionenprojekt fest, doch die Grünen lehnen zwei mögliche Standorte ab. Das sorgt für deutliche Kritik aus der SPD und wirft neue Fragen zu Hamburgs Großprojekten auf.
- Peter Tschentscher hält trotz Streit in der rot-grünen Koalition am geplanten Naturkundemuseum in Hamburg fest.
- Hamburgs Grüne lehnen sowohl die 595-Millionen-Euro-Lösung im Elbtower als auch das 495-Millionen-Euro-Angebot am Besenbinderhof ab.
- Der Kurswechsel der Grünen sorgt für deutliche Kritik aus der SPD und neue Diskussionen über Hamburgs Prioritäten bei Großprojekten.
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) schaltet sich aus der Ferne in die aktuelle Debatte um die Zukunft des Naturkundemuseums ein. An der Lage habe sich nichts geändert, sagte Tschentscher nach einem Bericht des NDR während einer Delegationsreise nach Vietnam. Es gebe einen Staatsvertrag und einen Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft. Beide sehen vor, dass die wertvolle naturkundliche Sammlung angemessen untergebracht und der Forschung zugänglich gemacht werde, so Tschentscher. Es gibt eine Koalitionsvereinbarung und eine Handlungsebene für den Senat. "Wir arbeiten an Lösungen und nicht an widersprüchlichen Ansagen", sagte der Bürgermeister nach Angaben des NDR.
Grüne hatten Kurswechsel am Freitag erklärt
Der Koalitionspartner der SPD in Hamburg, die Grünen, hatten am Freitag mitgeteilt, dass sie die Pläne für das Naturkundemuseum nicht mehr mittragen wollen. Diese sehen vor, dass die Stadt Hamburg für 595 Millionen Euo rund die Hälfte des Elbtowers für das Museum nutzt, dessen Bau wegen einer Insolvenz des Investors seit Jahren ruht.
Hamburg müsse Prioritäten setzen
Auch auf ein alternatives Angebot eines Hamburger Immobilienunternehmers, das Museum am Besenbinderhof unweit des Hauptbahnhofs für 495 Millionen Euro unterzubringen, wollen sich die Grünen nach Angaben ihres Fraktionsvorsitzenden Michael Gwosdz nicht mehr einlassen. Hamburg müsse jetzt andere Prioritäten setzen. Aus der SPD-Fraktion kam umgehend Kritik am Koalitionspartner.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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