16. Juni 2026 – Sebastian Tegtmeyer
Fast die Hälfte der erwachsenen Internetnutzer vertraut laut dem "Reuters Institute Digital News Report 2026" weiterhin den meisten Nachrichten – auch wenn soziale Medien bei Jüngeren immer wichtiger werden.
- 46 Prozent der erwachsenen Internetnutzer vertrauen Nachrichten
- Soziale Netzwerken dienen als Ergänzung
- Bei Jüngeren liegen Soziale Medien vorne
Trotz der wachsenden Bedeutung sozialer Medien bleibt das Vertrauen in Nachrichten in Deutschland dem "Reuters Institute Digital News Report 2026" zufolge stabil. 46 Prozent der erwachsenen Internetnutzerinnen und -nutzer gaben demnach an, dem Großteil der Nachrichten meist vertrauen zu können. Gegenüber 2025 sei der Anteil nahezu unverändert und liege zugleich etwas über den Werten von 2023 und 2024. Deutschland gehöre damit zu den wenigen Ländern, in denen das Vertrauen zuletzt nicht zurückgegangen sei, sagte die Co-Autorin Julia Behre der Deutschen Presse-Agentur.
Soziale Medien gewinnen als Nachrichtenquelle an Bedeutung
Zugleich gewinnen soziale Medien als Nachrichtenquelle weiter an Bedeutung: 36 Prozent der erwachsenen Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland kommen dort in einer gewöhnlichen Woche mit Nachrichten in Kontakt. Bei den 18- bis 24-Jährigen liegt der Anteil bei 60 Prozent. Für 44 Prozent dieser Altersgruppe sind soziale Medien inzwischen die wichtigste Nachrichtenquelle.
Soziale Netzwerke als Ergänzung
Einen Grund zur Sorge sieht Co-Autor Sascha Hölig darin jedoch nicht. "Die Nutzenden sind angestiegen, aber nicht diejenigen, die sich nur auf soziale Medien als Nachrichtenquelle verlassen", sagte er. Soziale Medien würden in aller Regel ergänzend zu anderen Nachrichtenangeboten genutzt. "Von daher würde ich da jetzt nicht den Untergang prophezeien wollen."
Auch KI-Chatbots spielen bei der Nachrichtennutzung bislang nur eine geringe Rolle. Fünf Prozent der erwachsenen Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland gaben an, in der vergangenen Woche einen Chatbot verwendet zu haben, um sich über Nachrichten zu informieren.
Für den Bericht wurden pro Land 2026 rund 2.000 Personen befragt. Insgesamt basiert die Studie in der vierzehnten Wiederholung auf den Antworten von fast 100.000 Befragten aus 48 Ländern auf sechs Kontinenten.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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