09. September 2026 – Mara Schwarzenberger

​Tarifverhandlungen

Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr im Norden geht weiter

Verdi legt den Nahverkehr in den kreisfreien Städten in Schleswig-Holstein lahm. Auch am zweiten Tag des Warnstreiks müssen Fahrgäste weiter mit Busausfällen rechnen.

Verdi, Warnstreik
Verdi Warnstreik I Foto: geogif / Shutterstock.com

  • Der Streik im Nahverkehr in Schleswig-Holsteins kreisfreien Städten und im Kreis Plön geht weiter.
  • Rund 2000. Beschäftigte streiken.
  • Die Gewerkschaft fordert nach eigenen Angaben eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent für alle Beschäftigten, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Auch am Mittwoch (9. September) müssen sich Schüler, Pendler sowie Reisende in Schleswig-Holsteins kreisfreien Städten und im Kreis Plön auf Einschränkungen im Nahverkehr einstellen. Wegen eines Streikaufrufs der Gewerkschaft Verdi stehen seit Dienstagfrüh für zwei Tage die Busverkehre still. Betroffen sind die öffentlichen Busunternehmen in Kiel (KVG), Lübeck (Stadtverkehr Lübeck), Flensburg (Aktivbus) und Neumünster (SWN).

Knapp 2000 Beschäftigte streiken

Erst Donnerstagfrüh (10. September) sollen die ersten Busse wieder fahren. Dabei nehmen rund 1800 Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs am Warnstreik teil. Überdies streiken die rund 200 Beschäftigten der Verkehrsbetriebe im Kreis Plön im Rahmen der bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag. Fahrgäste sollten sich daher in den betroffenen Regionen vor Fahrtantritt bei den jeweiligen Verkehrsbetrieben informieren - etwa über Internetseiten, Apps oder soziale Medien.

Was die Gewerkschaft fordert

Für beide Tarifbereiche fordert die Gewerkschaft nach eigenen Angaben eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent für alle Beschäftigten, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für Gewerkschaftsmitglieder will Verdi eine Vorteilsregelung in Höhe von 650 Euro jährlich.

Anfang September war die zweite Verhandlungsrunde im öffentlichen Nahverkehr gescheitert. Die Gewerkschaft Verdi sprach von einem "unakzeptablen Angebot" der Arbeitgeberseite. Mit dem zweitägigen Streik soll Druck gemacht werden.

Reaktion der Arbeitgeber

Der Geschäftsführer des kommunalen Arbeitgeberverbands, Jan Jacobsen, sagte der dpa, auf dem Tisch liege ein Angebot in Höhe von 4,4 Prozent für 24 Monate. Die von der Gewerkschaft geforderte Vorteilsregelung für Mitglieder sei dem Arbeitgeberverband satzungsgemäß untersagt. Das wisse Verdi natürlich. Als festgefahren könne man die Gespräche aber nicht bezeichnen.

Fortgesetzt werden sollen die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr in Schleswig-Holstein am 22. September. Allerdings haben beide Seiten bereits einen vierten Termin am 29. September vorgemerkt. Die Verhandlungen zur bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag gehen am 5. Oktober weiter.

Weitere News On Air

Weitere Nachrichten aus Hamburg, Deutschland und der Welt hört ihr immer zur vollen Stunde bei uns im Programm. Holt euch einfach unsere kostenlose App, hört uns über euren Smartspeaker oder schaltet mit einem Klick unten auf den Playbutton das Webradio ein. Zum Nachhören gibt’s das Ganze natürlich auch noch mal als Podcastangebot.

App, App Store, iOS, Play Store, Google
Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
Für iOS & Android

Holt euch die kostenlose Radio Hamburg App

Hört uns an jedem Ort auf der Welt in bester Qualität & störungsfrei über unsere kostenlose App. Holt sie euch jetzt für Android oder iOS.

(Quelle: dpa)

undefined
Radio Hamburg Live
Audiothek