12. Juni 2026 – Chiara-Lee Haartje
KI-generierte WM-Lieder sorgen im Internet für Aufmerksamkeit – bei den DFB-Stars kommt der Trend allerdings nur bedingt an. Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck wünschen sich lieber echte Musik von echten Künstlern.
Rund um die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada kursieren zahlreiche Songs über die deutsche Nationalmannschaft. Viele davon wurden mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und sorgen mit teils kuriosen Texten für Diskussionen.
Jonathan Tah kann mit dem Trend nur wenig anfangen. Der Innenverteidiger betonte vor dem WM-Auftakt gegen Curaçao, dass er echte Musiker bevorzuge.
„Ich mag es, wenn das wirklich echte Musiker sind und echte Menschen“, erklärte der 30-Jährige.
Auch Nico Schlotterbeck steht den KI-Hits eher zurückhaltend gegenüber. „Ich hab's mitbekommen. Also, ich finde manche gut, manche nicht so gut“, sagte der Dortmunder Abwehrspieler.
Kein offizieller Kabinen-Hit
Einen echten WM-Song innerhalb der Mannschaft gibt es bislang offenbar nicht. Schlotterbeck verriet, dass er ohnehin nicht für die Musik in der Kabine zuständig sei.
„Ich höre da gerne zu, deswegen freue ich mich einfach, wenn gute Musik läuft. Und ich finde, das kriegen die Jungs auch immer ganz gut hin“, sagte der 26-Jährige.
Tah zeigte sich darüber hinaus überrascht, wie groß das Interesse an den Liedern außerhalb der Mannschaft sei.
„Es ist schon lustig, wie viel sich damit beschäftigt wird von außen. Aber wir fokussieren uns lieber einfach auf das Wesentliche“, erklärte der Nationalspieler.
Früher sangen die Nationalspieler selbst
Dabei gehörten offizielle WM-Hymnen mit den DFB-Stars früher fest zur Turniertradition. Vor der Weltmeisterschaft 1978 nahm Udo Jürgens gemeinsam mit der Nationalmannschaft den Song „Buenos Dias Argentina“ auf, der sogar die Hitparaden eroberte.
1990, vor dem Titelgewinn in Italien, sangen Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus und ihre Teamkollegen zusammen mit Udo Jürgens „Wir sind schon auf dem Brenner“.
Auch bei der WM 1994 in den USA griffen die DFB-Spieler selbst zum Mikrofon und veröffentlichten gemeinsam mit den Village People den Song „Far Away in America“.
Zwischen Nostalgie und neuer Technik
Während heute Algorithmen und KI-Programme für neue WM-Hits sorgen, erinnern sich viele Fans noch gerne an die klassischen Fußball-Hymnen vergangener Jahrzehnte. Für Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck steht allerdings fest: Im Mittelpunkt soll weiterhin der Fußball stehen – und nicht die Playlist.