Radio Hamburg

Spekulationen im Netz - Autoren distanzieren sich

Haben die Simpsons "Corona" vorhergesehen?

Springfield, 17.03.2020
Simpsons

Haben die Simpsons das Coronavirus vorhergesagt?

Von seinen Fans werden "Die Simpsons" gerne als Orakel gefeiert. Nun sind einige Nutzer der Meinung, dass die gelben Figuren auch das Coronavirus vorhergesagt hätten.

Seit 30 Jahren flimmern die Simpsons über die TV-Bildschirme. Dabei geht’s in den Geschichten rund um Homer, Marge und Co. auch immer wieder um wichtige gesellschaftliche Themen wie Religion, Familie, Bildung, Politik. Doch nicht nur aktuelle Themen werden behandelt, auch prominente Gesichter haben in den Folgen immer wieder Auftritte.

Orakel für Fans

Nicht nur deshalb werden die Simpsons von ihren Fans als Vorhersagen-Quelle für die Realität gefeiert. Und dass diese Vorhersagen teilweise wirklich Realität werden, zeigen Beispiel von US-Präsident Donald Trump über den Selfie-Hype bis hin zum Pferdefleisch-Skandal.

Ahnten die Simpsons schon 1993 was von Corona?

Deshalb sind sich einige Anhänger im Netz auch sicher, dass die Simpsons bereits 1993 wussten, dass es zu einer Coronavirus Infektion kommen wird. Am 6. Mai 1993 lief nämlich die Folge "Marge wird verhaftet", in der Homers erschöpfe Ehefrau von der Polizei verhaftet wird. Sie soll versehentlich einen Ladendiebstahl begangen haben. Der Grund dafür: Ihre Familie ist an der sogenannten "Osaka-Grippe" erkrankt.

Dabei ist die Familie mit einem Paket aus Übersee in Kontakt gekommen und hat sich infiziert. Der Geschichte nach hat ein Fabrikarbeiter aus Japan in einen Entsafter-Karton gehustet, der später bei den Simpsons landet.

Aus "Osaka-Grippe" wird Coronavirus

Im Netz kursieren deshalb schon zahlreiche Memes, die aus der "Osaka Grippe" einen Coronavirus machen. Den Autoren der Folge gefällt das aber überhaupt nicht. So sagt Co-Autor Bill Oakley im "Hollywood Reporter": "Ich mag es nicht, wie (die Folge) für schändliche Zwecke genutzt wird. Die Idee, dass irgendjemand es unpassender Weise nutzt, um Coronavirus als eine Art asiatische Verschwörung darzustellen, ist furchtbar. Die Versuche, Asien dafür verantwortlich zu machen – sind meiner Meinung nach grausam."

Weiter heißt es: "Es sollte absurd sein, dass jemand in eine Box hustet und das Virus für sechs bis acht Wochen in einem Karton überlebt. Es ist Zeichentrick. Wir haben es bewusst so gemacht, weil wir es albern und nicht beängstigend machen wollten. Wir wollten keine dieser schlechten Zusammenhänge erstellen, deshalb hat sich das Virus auch wie ein Zeichentrick-Charakter verhalten, und zwar sehr unrealistisch."

Auch von den Vorhersagen allgemein distanziert sich der Autor. So gebe es nur ein paar Fälle, wo "Die Simpsons" wirklich etwas vorhergesagt haben. Es sei viel mehr Zufall, wenn davon tatsächlich etwas zutreffe.

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