Radio Hamburg

Den Tränen nahe

Joaquin Phoenix hält emotionale Oscar-Rede

Joaquin Phoenix wurde bei den 92. Academy Awards als "Bester Hauptdarsteller" ausgezeichnet und hielt eine emotionale Rede.

Joaquin Phoenix überzeugte 2019 in seiner Rolle als "Joker" im gleichnamigen Film. Als "Bester Hauptdarsteller" bei den 92. Academy Awards nominiert, zweifelte fast niemand an, dass er den Oscar in dieser Kategorie auch gewinnen würde. So kam es nun auch und was mehr als der Gewinn an sich im Kopf blieb, ist die Dankesrede des Schauspielers.

Ein Appell an die Menschen

Nachdem Phoenix bereits bei den Bafta Awards ein politisches Thema in seine Dankesrede aufnahm, hierbei ging es um systematischen Rassismus in der Filmindustrie, nutzte der Oscar-Gewinner seine Reichweite auch bei den Academy Awards. In seiner Rede machte Joaquin Phoenix auf den gemeinsamen "Kampf gegen Ungerechtigkeit" aufmerksam, zu dem er kollektiv aufforderte. Er appellierte, dass wir uns von dem Glauben, "dass eine Nation, ein Volk, eine Rasse, ein Geschlecht oder eine Spezies das Recht hat, eine andere ungestraft zu beherrschen, zu kontrollieren, zu benutzen oder auszubeuten" abwenden und beschrieb weiter: "Wir gehen in die Natur und plündern sie, um ihre Ressourcen zu bekommen. Wir glauben, dass wir das Recht haben, eine Kuh künstlich zu besamen. Und wenn sie dann geboren wird, stehlen wir ihr Baby, obwohl wir ihre Angstschreie hören.". Phoenix ist bekanntlich Veganer, seit er ein kleines Kind war. Das hatte er damals zusammen mit seinem verstorbenen Bruder River Phoenix beschlossen.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

“I’m full of so much gratitude now. I do not feel elevated above any of my fellow nominees or anyone in this room, because we share the same love – that’s the love of film. And this form of expression has given me the most extraordinary life. I don’t know where I’d be without it. But I think the greatest gift that it’s given me, and many people in [this industry] is the opportunity to use our voice for the voiceless. I’ve been thinking about some of the distressing issues that we’ve been facing collectively. I think at times we feel or are made to feel that we champion different causes. But for me, I see commonality. I think, whether we’re talking about gender inequality or racism or queer rights or indigenous rights or animal rights, we’re talking about the fight against injustice. We’re talking about the fight against the belief that one nation, one people, one race, one gender, one species, has the right to dominate, use and control another with impunity. I think we’ve become very disconnected from the natural world. Many of us are guilty of an egocentric world view, and we believe that we’re the centre of the universe. We go into the natural world and we plunder it for its resources. We feel entitled to artificially inseminate a cow and steal her baby, even though her cries of anguish are unmistakeable. Then we take her milk that’s intended for her calf and we put it in our coffee and our cereal. We fear the idea of personal change, because we think we need to sacrifice something; to give something up. But human beings at our best are so creative and inventive, and we can create, develop and implement systems of change that are beneficial to all sentient beings and the environment. I have been a scoundrel all my life, I’ve been selfish. I’ve been cruel at times, hard to work with, and I’m grateful that so many of you in this room have given me a second chance. I think that’s when we’re at our best: when we support each other. Not when we cancel each other out for our past mistakes, but when we help each other to grow. When we educate each other; when we guide each other to redemption...

Ein Beitrag geteilt von Joaquin Phoenix (@joaquinlphoenix) am

Phoenix gedenkt seinem Bruder

Joaquin Phoenix sagt weiter, dass er nicht immer alles richtig gemacht hatte, "egoistisch" und "grausam" war, er jedoch eine zweite Chance bekam, auch von den Menschen, die im Saal der Preisverleihung saßen. Gegen Ende seiner Rede hatte der Schauspieler mit den Tränen zu kämpfen. Er zitierte seinen Bruder, der 1993 mit nur 23 Jahren gestorben war: "Lasse dich durch Liebe retten und Frieden wird dir folgen.". Mit diesen Worten beendete er seine emotionale Rede und verließ die Bühne.

Alles über die neuesten Filme und Serien hört ihr im Radio Hamburg "Weggesuchtet" Podcast.