28. Januar 2026 – Mira Oetinger

Mit Expertentipp

Neu in Kino und Streaming: Das sind die Neuheiten der Woche

In der neuen Kinowoche starten zwei gruselige Horrorstreifen, neben einer deutschen Komödie mit Potenzial zur persönlichen Sinnkrise. Außerdem wird die Geschichte rund um den Ruma-Gestaltwandler Carag fortgesetzt. Wir haben alle Trailer für euch.

Take That, Netflix Serie
Foto: Netflix

Champagner zum Frühstück, Gurgelduett im Bad und ein Schauspielschüler zwischen skurrilen Großeltern. Die Filmadaption "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" regt zugleich zum Lachen und zum Nachdenken an. Außerdem wird die Fortsetzung einer Buchreihe erwartet, die bereits Millionen begeisterte und schon der erste Teil der Verfilmung viele Besucherinnen und Besucher ins Kino lockte. "Woodwalkers 2" setzt die Geschichte um Puma-Gestaltwandler Carag nun fort – mit deutlich erweitertem Ensemble. Serienfans können sich diese Woche auf nostalgische Momente freuen. Take That nimmt die Fans mit auf eine Zeitreise - vom Bandbestehen bis zum Comeback - und die Geschichte einer der erfolgreichsten Boybands aller Zeiten.

Take That

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28.01.2026
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Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Als der autobiografische Roman "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" 2015 erschien, wurde er ein Bestseller. Joachim Meyerhoff erzählt darin, wie er an der Otto Falckenberg Schule in München Schauspiel studiert und in der Zeit bei seinen Großeltern wohnt.

Nun hat Simon Verhoeven die Geschichte mit einem prominenten Ensemble verfilmt, darunter Senta Berger, Bruno Alexander, Devid Striesow, Michael Wittenborn und Karoline Herfurth. Eine Adaption, die dem Buch in nichts nachsteht und ebenso unterhaltsam, berührend, lebensklug und immer wieder sehr komisch ist.

"Grabkammer mit Gerüchen"

Es gibt viele skurrile Momente in dem rund zweistündigen Film. Im Mittelpunkt steht der Schauspielschüler Joachim, gespielt von "Die Discounter"-Star Bruno Alexander.

So etwa, wenn Joachim die Münchner Villa seiner Großeltern erkundet, in der die Zeit vor Jahrzehnten stehengeblieben zu sein scheint. In der Speisekammer gibt es "Marmelade, die älter war, als ich". Der Raum sei eine Art "Grabkammer mit Gerüchen", wie Joachim findet. Natürlich gibt es auch ein Blutdruckmessgerät und einen Treppenlift - den auch Joachim bald zu schätzen weiß, als er sich eines Abends ziemlich angetrunken davon nach oben fahren lässt.

Gurgelduett und Schampus zum Frühstück

Alkohol ist fester Bestandteil im Alltag von Joachims Großeltern, wunderbar dargestellt von Michael Wittenborn ("Merz gegen Merz") und Senta Berger ("Weißt du noch"), die einmal mehr in einem Film ihres Sohnes Simon Verhoeven mitspielte.

Es ist großes Kino, wie Berger und Wittenborn morgens synchron im Badezimmer gurgeln - ein faszinierendes, minutenlanges "Gurgelduett", das im ganzen Haus zu hören ist. Zum Frühstück gibt es Champagner (herrlich: die Dellen in der Decke von den Korken, die beim Öffnen nach oben geflogen sind). Mittags dann Weißwein, Punkt 18.00 Uhr Whiskey, zum Abendessen Rotwein und als Schlummertrank Cointreau.

Lächeln mit Brustwarzen

Es sind diese Eigenheiten, die die Figuren so liebenswert machen. Großmutter Inge und Großvater Hermann sind ein doch recht schrulliges Paar, das sich in ebenso großer Liebe zugetan ist wie ihrem Enkel Joachim, ihrem "Lieberling". Man merkt dem Film an, mit welcher Hingabe alle Beteiligten daran gearbeitet haben. Auch Romanautor Joachim Meyerhoff brachte sich ein, schließlich wurde hier ein eigener Teil der Lebensgeschichte des Schauspielers verfilmt, der unter anderem am Burgtheater Wien spielte. Er habe die Entwicklung des Films eng begleitet, habe aber auch Freiheiten gelassen, sagte Produzentin Janine Jackowski.

In weiteren Rollen zu sehen sind auch Devid Striesow und Laura Tonke als Joachims Eltern, Friedrich von Thun als berühmter Regisseur oder Tom Schilling als lässiger Regieassistent. Hervorragend besetzt ist auch Joachims Schauspielklasse, darunter Dana Herfurth ("Call My Agent Berlin") oder Hille Nordens ("Smalltown Girl"). Gemeinsam durchstehen sie das aufregende erste Jahr, in dem sie teils abstruse Aufgaben meistern müssen ("Versuch mal mit den Brustwarzen zu lächeln!").

Wehmut und Vergänglichkeit

"Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" ist aber nicht nur lustig. Eine Traurigkeit durchzieht den Film, vor allem bei Joachim, dessen Bruder Philipp bei einem Autounfall gestorben ist und eine Lücke hinterlassen hat, die sich nicht füllen lässt. So tut er sich auch beim Schauspielunterricht schwer, wie seine Lehrer bemängeln, darunter Gretchen Kinski (Anne Ratte-Polle), Gisela Marder (Karoline Herfurth) oder der Direktor (Johann von Bülow).

Es ist auch die Wehmut angesichts der Tatsache, dass alles vergänglich ist, dass die Großeltern irgendwann nicht mehr in ihrer Villa leben werden. Dass liebgewonnene Traditionen und Gewohnheiten dann nur noch Erinnerungen sein werden, Stoff für Anekdoten. So wie das Singen beim gemeinsamen Wandern: "Froh zu sein bedarf es wenig ...". Es sind tröstliche Momente, denen aber schon die Angst vor einem endgültigen Abschied innewohnt.

Die größte Zumutung

"Altwerden, das ist die größte Zumutung von allen", sagt Großmutter Inge. Das Schlimmste sei, geliebte Menschen um einen herum sterben zu sehen. So auch ihren Mann Hermann. Im Wohnzimmer stellt sie mit Blick auf ihre beiden Lieblingssessel weise fest: "Ich glaube, es ist besser, wenn ich von nun an in seinem Sessel sitze. Dann sehe ich nicht, dass er leer ist."

Woodwalker 2

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Seit Jahren zählen die "Woodwalkers"-Romane von Bestseller-Autorin Katja Brandis zu den beliebtesten Fantasy-Reihen für Kinder und Jugendliche in Deutschland.

Mehr als 3,6 Millionen verkaufte Bücher, Übersetzungen in 27 Sprachen und mehrere Spin-offs zeugen von einer treuen Fangemeinde. "Woodwalkers 2", der am 29. Januar in die Kinos kommt, richtet sich nun genau an dieses Publikum – und liefert vor allem das, was Fans erwarten.

Junger Puma-Wandler Carag kämpft gegen früheren Mentor

Im Mittelpunkt steht erneut der junge Puma-Wandler Carag (Emile Chérif), der gemeinsam mit seinen Freunden ein neues Schuljahr an der Clearwater High beginnt. Doch die Idylle trügt: Das Naturschutzgebiet rund um das Internat ist bedroht, ausgerechnet durch Carags früheren Mentor Andrew Milling (Oliver Masucci).

Milling will den Wald verkaufen – und damit das Revier der Gestaltwandler zerstören. Als sich herausstellt, dass Milling einen Spion an der Schule hat, wächst das Misstrauen auch innerhalb der Gruppe. Neue Hoffnung bringt die Schneewölfin Tikaani (Olivia Sinclair), deren Motive jedoch lange unklar bleiben.

Film ist etwas düsterer und konfliktreicher als sein Vorgänger

Regisseur Sven Unterwaldt, der bereits mit den «Die Schule der magischen Tiere»-Filmen bewiesen hat, dass er große Ensembles und junge Zielgruppen bedienen kann, bleibt auch hier seinem Stil treu. "Woodwalkers 2" erzählt geradlinig, setzt auf Tempo und klare Konflikte.

Die phantastischen Elemente sind verständlich eingeführt, ohne das jüngere Publikum zu überfordern. Gleichzeitig wirkt der Film insgesamt etwas düsterer und konfliktreicher als sein Vorgänger – ein Schritt, der die wachsende Zielgruppe offenbar mitnehmen soll.

Filmwolf-Trainer: "Du kriegst den Wolf quasi nie domestiziert"

Gedreht wurde der Film unter anderem im niedersächsischen Amt Neuhaus. Dort arbeiten Tiertrainerin Katja Elsässer und Filmwolf-Trainer Miguel de la Torre mit einigen der Tiere, die im Film als "Schauspieler" aktiv waren – unter anderem den Wölfen. Tierexperte de la Torre sagt dazu: "Grundsätzlich ist ein Wolf genetisch nicht dazu in der Lage. Du kriegst den Wolf quasi nie domestiziert, ähnlich wie Katzen."

Nur "einer von Hundert" sei für die Arbeit mit Menschen und Kameras als Filmwolf geeignet – wenn überhaupt. Entscheidend seien der Charakter, eine geringe Aggressivität, Offenheit und eine enge Sozialisierung an den Menschen von klein auf.

Innerlich zerrissen zwischen tierischer und menschlicher Familie

Stärken zeigt der Film vor allem im Zusammenspiel der jugendlichen Hauptdarsteller. Chérif überzeugt erneut als innerlich zerrissener Carag. Dessen Herz schlägt sowohl für seine tierische als auch für seine menschliche Familie – was besonders seinem Puma-Vater nicht gefällt.

Figuren wie Holly (Lilli Falk), Brandon (Johan von Ehrlich) und Lou (Sophie Lelenta) bekommen mehr Raum als im ersten Teil. Der erweiterte erwachsene Cast mit Martina Gedeck, Hannah Herzsprung, Moritz Bleibtreu und Tom Schilling sorgt für zusätzliche Präsenz mit humoristischen Elementen, bleibt aber klar in einer unterstützenden Rolle.

Freundschaft, Loyalität, Selbstfindung – und Schutz der Natur

Inhaltlich knüpft "Woodwalkers 2" an Themen an, die den Erfolg der Buchreihe begründet haben: Freundschaft, Loyalität, Selbstfindung – und der Schutz der Natur. Der Konflikt um das bedrohte Waldgebiet ist eindeutig gezeichnet: einerseits die jugendlichen Gestaltwandler, andererseits die gierigen und machthungrigen Erwachsenen.

Subtilität steht dabei nicht im Vordergrund – außer bei der bis zum Schluss unklaren Rolle Millings. Auf welcher Seite er steht und was er vorhat, werden die Zuschauer wohl erst im dritten Teil erfahren. Laut Autorin Katja Brandis ist das Drehbuch dafür nahezu fertig. Das Finale der Trilogie soll dann Ende September 2027 in die Kinos kommen.

"Woodwalkers 2" bietet solides Familienkino

Wer komplexe Fantasy-Welten oder überraschende Wendungen erwartet, wird hier kaum fündig. "Woodwalkers 2" bleibt konventionell erzählt und verzichtet auf erzählerische Risiken. Seine Stärke liegt vielmehr darin, ein bekanntes Universum verlässlich fortzuführen und emotional zugänglich zu halten.

Für Fans der Bücher und des ersten Films dürfte sich der Kinobesuch dennoch lohnen. "Woodwalkers 2" bietet solides Familienkino, das seine Zielgruppe ernst nimmt und ihr genau das gibt, wofür sie die Reihe liebt – Abenteuer, Gemeinschaft und die Hoffnung, dass man gemeinsam etwas bewirken kann.

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(Quelle: dpa)

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