Wie Sie zu einem Wandel beitragen können

Hamburgs Landwirtschaft wird digital

Die Digitalisierung schreitet in vielen Branchen rasant voran. Oftmals sprechen Experten nicht mehr von der Industrie 4.0, sondern bereits von Industrie 5.0. Wo die Industrie, der Einzelhandel, aber auch die Medizin bereits weit fortgeschritten ist, hinkt die Landwirtschaft noch hinterher.

Foto: Pixabay, Pexels
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Denn in diesem Sektor kann kaum von einer umfassenden Digitalisierung gesprochen werden. Gegen jedes Bemühen stellt sich nun auch der Ausbruch der Corona-Pandemie. Diese macht es für viele Landwirtschaftsbetriebe nicht nur schwer, sich weiterhin zu digitalisieren, sondern führt auch zu einer Existenzfrage. Wie Sie sich dennoch weiterhin digitalisieren können oder wie Sie den Bäuerinnen und Bauern in Ihrem Heimatort helfen können, erfahren Sie im Folgenden.

Digitalisierung kostet Geld – Unterstützen Sie während der Pandemie

Dass die Digitalisierung eines Unternehmens sehr viel Geld in Anspruch nimmt, ist klar. Umso schwerer wird das Vorhaben dann, wenn sich der Landwirtschaftsbetrieb die Digitalisierung von Grund auf selbst finanzieren muss. Nicht nur die Anschaffung von Software ist sehr teuer. Vielmehr benötigen die Bauern und Bäuerinnen zunächst die technischen Geräte, auch Devices genannt. Vom Tablet, dass die Apps abspielt über das Smartphone für die Mitarbeitenden oder den Computer zum Verwalten wichtiger Daten.

Möchten auch Sie einen Beitrag zum Voranschreiten der Digitalisierung leisten? Dann sollten Sie besonders in der aktuellen Phase, in der die Corona-Pandemie schwere Folgen nach sich zieht, für die lokalen Bauern und Bäuerinnen da sein.

Wie geht Unterstützung?

In Hamburg sowie seinen Ortsteilen gibt es zahlreiche Dorfläden. Diese werden meist von Generationen von Landwirten und Landwirtinnen betrieben. Kunden und Kundinnen können sich hier gemütlich auf einen Plausch einlassen, frisches Obst und Gemüse erwerben oder auch die Milch frisch gemolken von der Kuh erwerben. Ebensolche Dorfläden gilt es in der aktuellen Zeit zu unterstützen. Denn sie sichern den Fortbestand der Landwirte. Möchten auch Sie etwas zur Digitalisierung sowie der Absicherung der landwirtschaftlichen Betrieben in Ihrer Umgebung tun? Dann sollten Sie bevorzugt in diesen Läden einkaufen. Mit der Zeit werden Sie feststellen, dass Sie nicht nur etwas Gutes tun, sondern auch selbst profitieren. Denn zum einen können Sie das Auto für die Einkäufe stehen lassen. Spazieren Sie gemeinsam mit dem Partner oder er Partnerin oder den Kindern zum Dorfladen. Die Bewegung an der frischen Luft tut gut. Zum anderen erhalten Sie stets saisonfrische Produkte. Meist verkaufen die Lädchen passend zur Weihnachtszeit leckeres Gebäck. Nach traditionellen Rezepten zubereitet entdecken Sie hier kulinarische Köstlichkeiten, die in vielen Supermärkten aufgrund der geringen Nachfrage oder der geringen Bekanntheit nicht vertrieben werden.

Applikationen überall mit dabei

In der Landwirtschaft gibt es mittlerweile einige Unternehmen, die eine Agrarsoftware anbieten. Im Funktionsumfang sind die Anbieter unterschiedlich. 365FarmNet bietet hier mit der kostenlosen Ackerschlagdatei im Basispaket einen guten Einstieg in die Digitalisierung. Damit die komplexen Dokumentationsauflagen einfacher umgesetzt werden können, unter anderem um die Cross Compliance Anforderungen zu erfüllen, die an die Auszahlung der EU-Direktzahlungen gebunden sind. Ergänzt mit mobilen Applikationen, die einfach auf dem Smartphone, Tablet oder PC installiert werden können, kann die Dokumentation direkt auf dem Feld erfolgen. Sie sorgt zum einen für mehr Transparenz bei alltäglichen Aufgaben, kann aber beispielsweise auch helfen Fruchtfolgen zu planen oder die Fahrspur der Traktoren zuvor zu definieren.

Social Media macht Follower

In Hamburg gibt es zahlreiche Influencer/innen. Sie alle arbeiten über eine Social Media Plattform, auf der Sie ein Profil erstellt haben und nun das interessierte Publikum mit Informationen versorgt. Ebendieses Konzept kann in der Digitalisierung der Landwirtschaft ebenfalls eine gekonnte Marketingstrategie sein. So können Sie sich im Zuge der Digitalisierung einen Social Media Account zulegen. Präsentieren Sie sich beispielsweise auf YouTube. Hier können Sie in regelmäßigen Abständen über den Alltag auf Ihrem Bauernhof oder über die Arbeit auf Ihrem Landwirtschaftsbetrieb veröffentlichen.

Sorgen Sie dafür, dass sich die Interessierten stets mit Fragen an Sie wenden können. In den Kommentaren dürfen gefragte Themen genannt werden, welche von Ihnen aufgegriffen werden. Ebenso spricht ein Profil auf Facebook oder Instagram an. Nutzen Sie die Macht des Internets, um regelmäßig aufzuzeigen, welche neuen Produkte Sie anbieten, wie die Ernte läuft oder welche Aktionen zur Weihnachtszeit gestartet werden.

Digitalisierung wird zum Lebensretter

Doch viel mehr als nur nettes Gadget für die sozialen Medien oder Helfer bei der Ernte kann richtig eingesetzte Digitalisierung sein. Eine immense Chance, die mit der Landwirtschaft 4.0 einhergeht, ist der Schutz der Tierwelt. Denn immer wieder verstecken sich junge Wildtiere in den Feldern, die dann von den Landmaschinen gepflügt, geerntet oder gemäht werden. Wenn Sie beispielsweise auf Drohnen vertrauen, können Sie Jungtiere schneller in den Wiesen und Feldern entdecken. Durch spezielle Wärmebildkameras kann der Bauer oder die Bäuerin das Rehkitz erkennen und vor den beginnenden Arbeiten evakuieren.

Digitaler Handel – Wo Sie morgen Ihr Saatgut bestellen

Einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung gehen viele landwirtschaftliche Betriebe bei der Bestellung des Saatguts. Denn die Popularität von Online-Vertriebspartnern wird größer. Hierbei haben Sie die Möglichkeit, Vorbestellungen zu tätigen, sich ein genaues Lieferdatum zu generieren und schneller auf ein größeres Produktspektrum zugreifen zu können. Anstelle von wenigen Saatguten, bekommen Bauern und Bäuerinnen die Möglichkeit, sich neu zu erfinden. Saatgut, das zuvor nicht zu erwerben war, wird in der digitalisierten Vertriebswelt plötzlich einfach zugänglich. Die Vielfalt auf Ihrem Acker kann damit nicht nur zunehmen, sondern auch optimal an die Jahreszeit abgestimmt angebaut werden. In Kombination mit der Smartphone-App, die Ihren Saatgutbedarf vorkalkuliert, bestellen Sie online punktgenau all die Samen, welche für Ihren Acker benötigt werden.

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