14. Dezember 2020 – Stefan Angele

Therapien und Hilfen

Knieschmerzen beim Treppensteigen in Hamburg: Wo gibt es Hilfe?

Wenn Treppensteigen zur Qual wird, sind oft Probleme mit den Knien die Ursache. Wir haben uns angesehen, welche Therapien und Behelfsmittel es gibt und wo Betroffene diese Hilfsangebote erhalten.

Foto: Performanceliebe
Foto: Performanceliebe

Jede und jeder zweite kämpft im Alter mit Gelenkschmerzen

Ab einem Alter von 65 Jahren gibt es kaum jemanden, der nicht schon einmal mit Gelenkschmerzen zu kämpfen hatte. Schmerzen im Knie gehören neben jenen in der Hüfte oder in den Händen mit zu den häufigsten Gelenkproblemen. Laut der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA) ist jeder vierte Erwachsene davon betroffen, bei den über 60-Jährigen ist es sogar jede/r zweite.

Für Gelenkschmerzen verantwortlich zeichnet sich häufig eine Arthrose. In selteneren Fällen handelt es sich dabei um eine Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis: Dann spricht man von einer Rheumatoiden Arthritis (RA).

Arthritis und Arthrose: Zwei unterschiedliche Erkrankungen mit teilweise gleicher Symptomatik

Der Volksmund bezeichnet sowohl die Arthritis als auch die Arthrose als Rheuma. Das stimmt so jedoch nicht. Arthrose und Arthritis sind zwei ganz unterschiedliche Erkrankungen mit unterschiedlichen Ursachen und Therapiemöglichkeiten.

Die zehnmal häufigere Gelenkerkrankung ist jedoch die Arthrose (Gonarthrose, Kniegelenksarthrose). Bei dieser Erkrankung nimmt der Knorpelüberzug altersbedingt auf der Gelenkfläche ab und wird durch knöcherne Anbauten ersetzt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Gelenkverschleiß. Zu den Symptomen einer Kniearthrose gehören unter anderem ein steifes Gefühl nach Ruhepausen und Schmerzen bei Bewegung.

Bei einer Arthritis handelt es sich nicht um einen Gelenkverschleiß, sondern um eine Gelenkentzündung, die abrupt auftreten, aber auch einen chronischen Verlauf nehmen kann. Sie zeigt sich in Morgensteifigkeit, Gelenkschmerzen und Beschwerden bei Belastung. Dabei ist das betroffene Gelenk gerötet und fühlt sich heiß und geschwollen an.

Schmerzen an der Innen- oder Außenseite des Knies beim Treppensteigen treten sowohl bei der Arthrose als auch bei der Arthritis auf. In einigen Fällen knickt das Knie beim Stiegen steigen weg oder es fühlt sich einfach wackelig an.

Zuerst zum Orthopäden

Dass bei Gelenkschmerzen die ärztliche Abklärung immer an erster Stelle stehen soll, ist klar. Der Orthopäde ist hier die richtige Anlaufstelle. Er führt unterschiedliche gelenkspezifische Untersuchungen, wie etwa die Überprüfung der Funktion der Kreuzbänder, durch und überweist bei Verdacht auf Arthrose in eine diagnostische Einrichtung, die mittels bildgebenden Verfahren wie einem Röntgen, einer Magnetresonanztomographie (MRT), einem Ultraschall oder einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) Aufschluss über den Zustand des betroffenen Kniegelenks geben.

Bei Verdacht auf rheumatoide Arthritis, sind vor allem auch Blutwerte (Blutsenkungsgeschwindigkeit, CRP, Rheumafaktor, Anti-CCP-Antikörper) wichtige Indikatoren. Sollte sich der Verdacht des Arztes durch ein bildgebendes Verfahren erhärten, stellt er die Diagnose.

Einen geeigneten Orthopäden in der Nähe kann man beispielsweise über die Arztsuche der Bundesärztekammer ausfindig machen.

Die richtige Therapie finden

Sind die Schmerzen im Knie erst einmal abgeklärt, geht es darum, die richtige Therapie zu finden. Neben der medikamentösen Therapie, die den Verlauf der Erkrankung verlangsamen oder aufhalten soll, kommen die Physiotherapie, die Ergotherapie sowie diverse physikalische Maßnahmen wie etwa Wärme- und Kältebehandlungen in Betracht.

Leider werden nicht immer alle Maßnahmen, die zu einer Besserung des Allgemeinzustandes führen, von der Krankenkasse bezahlt. In vielen Fällen muss man sich selbst um einen guten Physio- oder Ergotherapeuten kümmern. Eine gute Anlaufstelle hierfür sind immer Kuranstalten, aber auch abseits dieser Gesundheitseinrichtungen findet man genügend Therapeuten in jeder Stadt.

Eine gute Möglichkeit, um einen passenden Physiotherapeuten in der Nähe ausfindig zu machen, ist es, im Örtlichen Telefonbuch oder auf dem Netzplatz der Gelben Seiten nach einem solchen zu suchen. Mehr über geeignete Therapieformen bei Arthritis kann auf der Seite der Deutschen Rheuma-Liga nachgelesen werden. Bei Wikipedia findet man zudem eine sehr hilfreiche Liste deutscher Kurorte sowie Listen zu staatlich anerkannten Erholungsorten, nach Bundesländern sortiert.

Geeignete Behelfsmittel: Mit einem Treppenlift in den eigenen Wänden mobil bleiben

Als eine weitere Maßnahme zur Verringerung der Schmerzen beim Treppensteigen kommt der Einbau eines Treppenlifts infrage. Diese Maßnahme sollte nicht erst dann angedacht werden, wenn man schon gravierende Probleme hat, die Stufen hinauf oder hinunter zu steigen.

Der Hamburger Treppenlift-Berater Günter Peinemann aus Altona sagt: „Im besten Fall macht man sich schon zu einem frühen Zeitpunkt darüber Gedanken. Wird das Stufen steigen mehr und mehr zur körperlichen Belastung, ist es vernünftig, den Einbau eines Treppenlifts zu erwägen – auch dann, wenn man erst 40 oder 50 Lenze zählt.“

Bedenken darüber, dass der Treppenlift aus platztechnischen Gründen nicht in das eigene Treppenhaus passt, muss man nicht haben. Es gibt für jede Treppenart auch den passenden Treppenlift. Die platzsparendste Variante ist dabei der Sitzlift, der sowohl an geradlinige als auch an geschwungene Treppen und Wendeltreppen angepasst werden kann.

Der Treppenlift bringt dauerhaft wieder mehr Lebensqualität ins eigene Zuhause. Dauerhaft deshalb, da es bekanntlich nicht bei den leichten Knieschmerzen bleibt. Im Alter muss man mit mehreren großen und kleinen Zipperleins rechnen, die das Treppensteigen zu einer unüberwindbaren Hürde machen können. Klug ist es daher immer, vorauszudenken. Vielleicht ist es dann im Alter gerade der vorhandene Treppenlift, der eine ambulante Pflege ermöglicht. Spätestens dann wird man die Investition in „jüngeren Jahren“ zu schätzen wissen.

Angst vor den Kosten muss man übrigens nicht haben. In Hamburg muss ein Treppenlift nicht als neuwertiges Modell gekauft werden. Ein beträchtliches Sparpotenzial bietet der Kauf eines gebrauchten Treppenliftes; hier hat man ein Einsparungspotenzial von bis zu 60 Prozent. Für jene Personen, für die sich der Kauf eines Treppenliftes nicht lohnt, gibt es zudem die Möglichkeit, zu einem Mietlift zu greifen. Der Preis für einen gemieteten Treppenlift beginnt bei rund 90 Euro monatlich.

Manchmal sind Erkrankungen des Bewegungsapparates unumkehrbar. Dann muss man lernen, damit zu leben. Um das Leben trotz Knieschmerzen lebenswert zu gestalten ist es vernünftig, sich neben der Wahrnehmung der regelmäßigen therapeutischen Einheiten einen Treppenlift zuzulegen. Die Anschaffung lohnt sich gleich doppelt. In akuten Krankheitsphasen erleichtert der Lift das Überwinden von Barrieren, und in späteren Jahren ist es vielleicht einmal der vorhandene Treppenlift, der die Pflege im eigenen Zuhause überhaupt erst ermöglicht.

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