09. Juni 2026 – Mara Schwarzenberger

Wissen für Fans

Das sind die neuen Regeln für die Weltmeisterschaft

Countdown beim Einwurf, Zwangspause nach Verletzung und mehr Befugnisse für den Video-Schiedsrichter: Bei der WM müssen sich Zuschauer an einige Neuerungen gewöhnen.

FIFA World Cup 2026
Foto: ACHPF / Shutterstock, Foto: Shutterstock

Die Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA wird mit 48 Teams nicht nur die größte der Geschichte. Auch sonst erwarten die Fans reichlich Neuerungen. Der Weltverband FIFA will mit einigen Innovationen das Zeitspiel eindämmen. Durch Trinkpausen werden die Partien aber auch länger dauern. Zudem gibt es schärfere Strafen - was die Hand vor dem Mund damit zu tun hat. Ein Überblick:

Rote Karte für Hand vorm Mund

Spieler, die in einer Konfrontation mit dem Gegner ihre Hand vor den Mund halten, können bei der WM mit der Roten Karte bestraft werden. Damit soll diskriminierendes Verhalten verhindert werden. Indem sie den Mund verdecken, wollen Spieler häufig verhindern, dass erkannt werden kann, was sie sagen.

Es gehe dabei um konfrontative Situationen, betonte Pierluigi Collina, Vorsitzender der FIFA-Schiedsrichterkommission. "Wenn sie es wissen – wenn es für alle eindeutig ist –, dann erwarten wir von den Spielern, dass sie so etwas nicht tun."

Die Debatte war nach einem Vorfall in der Champions League entbrannt. Benfica Lissabons Gianluca Prestianni hatte sich in einer Auseinandersetzung mit Real-Star Vinícius Júnior das Trikot vor den Mund gezogen. Prestianni stand im Verdacht, sich rassistisch geäußert zu haben. Er wurde wegen einer homophoben Äußerung gesperrt. FIFA-Präsident Gianni Infantino setzte sich öffentlich für eine neue Regel ein.

Platzverweis fürs Verlassen des Platzes

Spieler, die den Platz aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung verlassen, können die Rote Karte sehen. Dies gilt auch für Offizielle, die Spieler auffordern, dies zu tun. Wenn ein Team so einen Spielabbruch verursacht, wird die Partie grundsätzlich für den Gegner gewertet. Hintergrund dieser Verschärfung: Das Team Senegals hatte sich im Finale des Afrika Cups gegen Marokko aus Protest in die Katakomben zurückgezogen.

Streichen von Gelben Karten

Durch die Ausweitung des Teilnehmerfelds von 32 auf 48 Teams wird auch eine weitere K.-o.-Runde mit 32 Mannschaften dazukommen. Dadurch würde sich auch die Chance erhöhen, nach der zweiten Gelben Karte zu fehlen. Deshalb entschärft die FIFA die bisherige Regel: Die Verwarnungen werden nicht nur wie bislang üblich nach den Viertelfinals, sondern erstmals bereits nach den drei Gruppenspielen gestrichen.

Countdown vor Standards

Damit Torhüter den Ball nicht zu lange in der Hand halten und damit das Spiel verzögern, wurde bereits vergangenes Jahr ein Countdown durch den Schiedsrichter eingeführt. Dies wird nun ausgeweitet. Auch bei Einwürfen oder Abstößen kann der Unparteiische fünf Sekunden per Hand runterzählen. Wenn das Spiel bis Ablauf des Countdowns nicht fortgesetzt wurde, geht der Ballbesitz ans gegnerische Team.

10 Sekunden zum Wechseln

Die Spieler müssen sich bei einer Auswechslung beeilen. Spätestens zehn Sekunden, nachdem der Wechsel vom Vierten Offiziellen angezeigt wurde, müssen sie das Feld verlassen haben. Sollte dies nicht klappen, müssen sie trotzdem runter. Der eingewechselte Spieler muss dann aber mindestens eine Minute bis zur nächsten Spielunterbrechung warten, bis er aufs Feld darf. Auch damit soll Zeitspiel eingedämmt werden. "Wir wollen das Spiel wirklich von all diesen Unarten befreien", erläutert Ex-Referee Collina.

Zwangspause nach Verletzung

Wenn ein Spieler auf dem Feld wegen einer Verletzung behandelt wird oder das Spiel deswegen unterbrochen wird, muss der Spieler das Feld verlassen. Dort muss er eine Minute warten, bevor er wieder zurückkehren darf. Die nordamerikanische MLS hatte zuletzt bereits eine zweiminütige Zwangspause eingeführt. Argentiniens Superstar Lionel Messi beklagte sich vehement darüber, als er einmal tatenlos von außen zuschauen musste.

Mehr Befugnisse bei Videobeweis

Der Video-Assistent darf nun drei weitere Situationen überprüfen und bei Fehlern des Schiedsrichters eingreifen:

  • bei einer zweiten Gelben Karte, die zu Gelb-Rot für einen Spieler führt.
  • bei einer Spielerverwechslung, die zu Rot oder Gelb für einen falschen Spieler führt.
  • bei unkorrekt gegebenen Ecken, sollte der Check sofort und ohne Verzögerung durchgeführt werden.

Trinkpausen

Dass die Spieler sich bei hohen Temperaturen an der Seitenlinie erfrischen dürfen, ist nicht neu. Bei der WM wird es nun aber wetterunabhängig in jedem Spiel zwei festgelegte Trinkpausen geben. Die Schiedsrichter werden das Spiel ungefähr nach 22 und 67 Minuten für jeweils drei Minuten unterbrechen. Die FIFA will damit in allen Spielen für gleiche Bedingungen sorgen. Kritiker sehen damit die Chance für TV-Sender, Werbung während des unterbrochenen Spiels zu schalten. Die drei Minuten sollen nach Angaben von FIFA-Schiedsrichterchef Collina jeweils zur Nachspielzeit hinzugefügt werden.

Zeremonie vor Anpfiff

Anders als bislang werden neben den beiden Startelfs auch die Ersatzspieler vor der Partie auf dem Platz stehen. Alle 26 Spieler pro Mannschaft sollen sich für die Nationalhymnen um den Mittelkreis versammeln. Zudem soll die Zeremonie nach FIFA-Angaben im Verlauf des Turniers "um zusätzliche Elemente wie farbigen Rauch oder Pyrotechnik erweitert" werden.

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(Quelle: dpa)

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