Sportpsychologe erklärt im Interview

Darum ist die Bundesliga-Rückkehr so wichtig für die Seele

Mitte Mai kehrt die Bundesliga auf die Bildschirme zurück. Das wird auch dringend Zeit, sagt Sportpsychologe Jens Kleinert im Radio Hamburg Interview.

Foto: Witters
Foto: Witters

Die Fußball-Bundesliga darf ihren Spielbetrieb noch Mitte Mai ohne Zuschauer wieder aufnehmen. Das haben Kanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder in einer gemeinsamen Videokonferenz am Mittwoch (06.05.) beschlossen. Und: Der Bund will den Sport- und Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport in Deutschland unter freiem Himmel unter Bedingungen wieder erlauben. Doch warum ist das für uns Menschen so wichtig? Sportpsychologe Jens Kleinert erklärt es im exklusiven Radio Hamburg Interview.

Ein Stückchen Leben zurückbekommen

Jens Kleinert ist Professor für Gesundheit und Sozialpsychologie an der Sporthochschule Köln und erklärt: "Grundsätzlich sind die Spiele und das Mitfiebern mit der eigenen Mannschaft wie ein Teil des Lebens. Der Neustart ist also so wie ein Stück des Lebens zurückzubekommen." Als weiteren positiven Effekt sieht Kleinert, dass das Fußballschauen am Wochenende für Viele etwas sei, dass Rhythmus und Halt gebe und worauf sich viele Menschen freuen würden. Dadurch würden die Menschen ein Stück Lebensqualität zurückerhalten, was sich positiv auf die Psyche auswirkt.

Fehlende Bewegung führt zu schlechter Laune

Doch allein mit dem Anschauen von Sport ist es nicht getan. Schwimmhallen und Fitnessstudios sind derzeit geschlossen. Wen die Menschen sich nicht selbst bewegen können, dann hat das teils drastische Auswirkungen. "Wenn Sport fehlt, fehlt Vielen auch die Chance sich abzulenken, Energie zu tanken und sich mit anderen Menschen zu treffen", erklärt Kleinert. Die Folgen davon seien schlechte Laune oder Gereiztheit. Um dem entgegen zu wirken sollte man sich am besten möglicht viele sportliche Alternativen zu schen. Gerade in Krisenzeiten sei der Sport an der frischen Luft sogar besonders wichtig, denn "je schlechter sich Menschen fühlen, desto stärker kann Sport positive Effekte auf das Wohlbefinden entfalten."

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