Großmarkt Hamburg erklärt

Warum Obst und Gemüse momentan so teuer sind

Ist euch im Supermarkt auch schon aufgefallen, dass gerade frische Produkte deutlich teurer sind als sonst. Schuld daran ist Corona. Ob es jetzt Engpässe gibt, erklärt der Großmarkt im Radio Hamburg Interview.

Foto: Shutterstock
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Wegen der Corona-Krise sind viele Hamburger Supermarktregale gerade im Frischebereich nicht wie gewohnt bestückt. Bei vielen Hamburgern gibt es eine gewisse Unsicherheit was die Versorgung mit Obst und Gemüse betrifft. Wie sieht es aus bei der aktuellen Versorgungslage in den Frischeregalen, kann es Engpässe geben, welche Produkte werden teurer als gewohnt? Eliane Steinmeyer vom Großmarkt Hamburg gibt dazu im Radio Hamburg Interview exklusiv Auskunft.

Hohe Transportkosten wegen weniger Flügen

"In erster Linie ist momentan Flugware betroffen. Das sind zum Beispiel Avocados, Mangos oder Papayas. Hier sind die Transportkosten gerade deutlich höher als sonst", so Steinmeyer. Das liegt daran, dass diese Ware normalerweise in Passagiermaschinen transportiert wird. Da momentan fast 90 Prozent der Flugzeuge nicht fliegen, fehlen viele Frachtkapazitäten, was zu höheren Frachtkosten führt. "Auch beim Transport mit LKWs gibt es Preissteigerungen. Hier sind vor allem die Frachten nach und aus Südeuropa betroffen", erklärt Steinmeyer. Die Kosten würden in die Höhe schießen, weil viele LKWs leer in den Süden fahren müssten, aus Hygienegründen nur mit einem Fahrer besetzt sein dürften und dadurch entsprechend länger unterwegs sind und die Abwicklung an den Grenzen zusätzliche Zeit verschlingt. Dabei gilt am Ende die einfache Rechner: Je länger die Fahrt dauert, desto teurer wird das Produkt.

Heimisches Obst und Gemüse kaum betroffen

Gute Nachrichten gibt es aber dagegen zum Beispiel von der Erdbeerfront. Hier sind keine Engpässe oder Preissteigerungen zu erwarten. Lediglich durch besondere Witterungsbedingungen kann es hier zu Schwankungen kommen. Inzwischen sind durch Sondererlässe auch genug Saison- und Erntearbeiter im Land, um auch alle Erdbeeren zu ernten. Zudem werden Kurzarbeiter und Freiwillige auf den Feldern eingesetzt. Um das heimische Obst und Gemüse muss man sich momentan also keine Sorgen machen.

Sind Engpässe möglich?

"Die Versorgung hat in den letzten Wochen gut geklappt und jetzt werden in vielen Ländern die Coronamaßnahmen gelockert", so Steinmeyer. Man muss also nicht davon ausgehen, dass es in der Zukunft bei Produkten zu Engpässen kommen wird. Hamsterkäufe sind also nicht notwendig!

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