Bleiben die Bäder zu?

Wie steht es um die Freibadsaison 2020?

Anfang Mai startet in Hamburg traditionell die Freibadsaison. Doch wegen der Coronakrise steht ein Start derzeit noch in den Sternen.

Foto: Bernadette Grimmenstein / Bäderland Hamburg
Foto: Bernadette Grimmenstein / Bäderland Hamburg

Kein Frühschwimmen vor der Arbeit, kein Schwimmunterricht in der Schule, keine Wassergymnastik für Senioren und kein Treffen mit Freunden im Freibad: Wegen der Corona-Pandemie verzögert sich für die Schwimmbäder in Hamburg der Start in die Freiluftsaison. Eine Entscheidung, ob und wann Bäder öffnen können, steht noch aus.

Bäder seit Mitte März geschlossen

"Wir wären zügig wieder einsatzbereit", versichert Michael Dietel vom Hamburger Bäderland. Aber es gibt noch keine Hinweise aus der Politik über einen möglichen Starttermin. Die Freiluftsaison läuft normalerweise von Anfang Mai bis Ende August. Bisher sieht es nicht danach aus, dass der übliche Termin gehalten werden kann. Denn schon seit dem 15. März ruht bei Bäderland der gesamte Sauna-, Bade- und Kursbetrieb, also auch in den Hallenbädern.

Bäder werden renoviert

Der überwiegende Teil der Belegschaft ist momentan in Kurzarbeit. In der Zwangspause sind die Bäder jetzt vor allem instand gehalten, die Anlagentechnik gewartet und der Grundbetrieb gesichert worden. Die Freibadbetreiber drängen indes die Politik auf ein klares Signal, wann es denn weitergehen könnte: "Das Hochfahren der technischen Anlagen und die Beprobung zur Sicherstellung der Hygiene von Badewasser und Trinkwasser benötigt bei Freibädern bis zu zwei Wochen», sagte der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB), Christian Ochsenbauer.

Bäder unter Auflagen wieder öffnen

Uwe Lübking, Sportverantwortlicher beim Städte- und Gemeindebund sagte: "Wenn man öffnen will, dann geht das nur unter sehr strengen Auflagen." Zum Beispiel brauche es entsprechende Hygienemaßnahmen und man müsste dafür sorgen, dass die Menschen genug Abstand zueinander halten. Auch Warteschlangen seien zu vermeiden. Als Pro-Argument für die Öffnung der Freibäder führte Lübking an, dass bei vielen Familien Urlaube ausfallen werden. Dementsprechend seien Aufenthaltspunkte vor Ort wie die Freibäder wichtig.

Maßnahmenplan "Bäder"

Genau diese angesprochenen Maßnahmen gegen den neuartigen Coronavirus für den Fall einer Eröffnung von Schwimmbädern sind Teil des Pandemieplans "Bäder" der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Ihr gehört auch Bäderland Hamburg an. Das Baden selbst wäre unter anderem wegen des gechlorten Wassers kein Problem. Durch das Badewasser selbst könnten nach derzeitigem Wissensstand keine Coronaviren übertragen werden, hieß es von der DGfdB. Das Chlor inaktiviere Bakterien und Viren verlässlich. Es geht vor allem um den Aufenthalt in den Umkleidekabinen und Warteschlangen an der Kasse. In dem Plan werden deshalb unter anderem die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen in den Duschen, Umkleiden und in den Schwimmbecken beschrieben. An diesem Plan würde sich dann auch Bäderland orientieren, sollte die Politik eine Wiederaufnahme des Betriebs erlauben.

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