08. Januar 2026 – Chiara-Lee Haartje
Im Block-Entführungsprozess startet das neue Prozessjahr: Drei Mitarbeiterinnen des Jugendamts sagen vor Gericht aus. Im Fokus steht erneut der jahrelange und erbitterte Sorgerechtsstreit um die beiden Kinder.
Nach einer dreiwöchigen Unterbrechung wird der Prozess um die Entführung der Block-Kinder am Hamburger Landgericht fortgesetzt. Zum 28. Verhandlungstag stehen Aussagen von drei Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts an. Im Mittelpunkt dürfte erneut der langjährige Sorgerechtskonflikt zwischen Christina Block und ihrem früheren Ehemann Stephan Hensel stehen.
Vorwürfe gegen Christina Block und Mitangeklagte
Hauptangeklagte ist die Unternehmerin Christina Block. Die Staatsanwaltschaft wirft der 52-Jährigen vor, die Entführung ihrer damals zehn und 13 Jahre alten Kinder in Auftrag gegeben zu haben. Block bestreitet die Vorwürfe. Ihr Lebensgefährte, der frühere Sportmoderator Gerhard Delling, ist wegen Beihilfe angeklagt und weist ebenfalls jede Schuld zurück.
Entführung aus Dänemark in der Silvesternacht
Die Kinder waren im Sommer 2021 nach einem Besuch bei ihrem Vater in Dänemark nicht wie vereinbart nach Hamburg zurückgekehrt. In der Silvesternacht 2023/2024 sollen sie von einer israelischen Sicherheitsfirma am Wohnort ihres Vaters entführt und nach Deutschland gebracht worden sein. Christina Block erklärte vor Gericht, sie habe ihre Kinder am 1. Januar 2024 auf einem Bauernhof in Baden-Württemberg wiedergesehen.
Rückführung nach gerichtlicher Entscheidung
Am 5. Januar 2024 entschied das Hanseatische Oberlandesgericht, dass die Kinder wieder zu ihrem Vater nach Dänemark zurückkehren müssen. Stephan Hensel, der bei der mutmaßlichen Entführung verletzt wurde, tritt im Verfahren als Nebenkläger auf.
Weitere Anklagen und getrennte Verfahren
Auch gegen den Vater und dessen Ehefrau hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Entziehung Minderjähriger erhoben. Diese Vorwürfe werden jedoch in einem möglichen separaten Verfahren behandelt. Einen Antrag auf Zusammenlegung der Verfahren lehnte das Gericht ab, um Verzögerungen zu vermeiden.
Untersuchungshaft und Zeitdruck für das Gericht
Besonders zügig wird das Verfahren geführt, weil ein 36-jähriger Israeli, der als Beteiligter der Entführung gilt, seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt. Das Gericht sieht weiterhin Fluchtgefahr und lehnte eine Haftverschonung ab.
Mutmaßlicher Organisator weiter im Fokus
Bereits im Dezember wurde der mutmaßliche Kopf der Entführer, ein israelischer Sicherheitsmanager, ausführlich befragt. Er gilt als Organisator der Aktion, ist aber nicht unter den aktuell Angeklagten. Seine Befragung soll zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden.
Umfangreiche Akten und weitere Termine
Um das Verfahren zu beschleunigen, ordnete die Vorsitzende Richterin an, dass mehrere Hundert Dokumente von den Beteiligten selbst gelesen werden. Bis Ende Juni sind noch 19 weitere Verhandlungstage angesetzt.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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