25. November 2021 – Stefan Angele

Trotz hoher Coronazahlen

Coronaregeln in Hamburger Schulen und Kitas werden gelockert

Foto: Halfpoint, Shutterstock
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Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) will trotz der vielen Corona-Fälle unter Schülerinnen und Schülern weder die Weihnachtsferien verlängern noch die Präsenzpflicht aufheben. "Ich finde es zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht angemessen, über weitere Schuleinschränkungen zu reden", sagte Rabe dem NDR "Hamburg Journal".

Eltern müssen sich impfen lassen

Vielmehr müsse darüber geredet werden, "dass sich Eltern und Erwachsene impfen lassen". Es müsse ein Ende haben, dass Kinder in Geiselhaft für ein unvernünftiges Verhalten von Erwachsenen genommen würden. Kinder seien in der Schule durch das regelmäßige Testen, Lüften, Masketragen und die Luftfilter sicherer untergebracht als in vollen Einkaufszentren, Restaurants oder bei vielen Freizeitaktivitäten, sagte Rabe. Im bundesweiten Vergleich gebe es kein anderes Bundesland mit einem "so umfassenden Sicherheitspaket" wie Hamburg. "Es kann sein, dass die Aufhebung der Präsenzpflicht zu einem späteren Zeitpunkt unvermeidbar ist, aber dieser Zeitpunkt ist noch weit weg", so der Senator im "Abendblatt".

LINKE fordert vorgezogene Weihnachtsferien

Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft hat angesichts der vielen Corona-Fälle unter Schülerinnen und Schülern ein Vorziehen der Weihnachtsferien verlangt. "In Absprache mit den Kammern und den Schulvertretungen muss die Schulbehörde jetzt den Beginn der Weihnachtsferien auf den 20. Dezember vorziehen", sagte die Fraktionsvorsitzende und Schulexpertin Sabine Boeddinghaus am Donnerstag (25.11.) und verwies auf einen entsprechenden Antrag für die Bürgerschaftssitzung am kommenden Mittwoch (01.12.). Gleichzeitig müsse eine
Notbetreuung für die Kinder und Jugendlichen sichergestellt sein. Bislang beginnen die Weihnachtsferien in Hamburg am 23. Dezember. Die Linken verwiesen auf andere Bundesländer, die die Weihnachtsferien bereits vorzögen, den Unterricht aussetzten oder etwa Wechselunterricht anböten.

Lockerungen an den Schulen

Der Schulsenator kündigte nun aber vielmehr Lockerungen an. So entfalle an den Schulen künftig die Kontaktnachverfolgung, wenn nur ein Kind infiziert sei. Auch müssten Sitznachbarn und -nachbarinnen infizierter Kinder nicht mehr in Quarantäne, da die Hauptinfektionsquellen nach Einschätzung der Gesundheitsämter in den Familien und in der Freizeit lägen. Zudem müssen die Schulen Erkältungsfälle nicht mehr an die Gesundheitsämter melden und auf den Schulhöfen dürfen auch Schüler unterschiedlicher Jahrgangsklassen wieder gemeinsam Pause machen. Grund für die Lockerungen sei der gute Erfolg durch die seriellen Testungen.

Lockerungen auch in den Kitas

Auch an den Kitas in Hamburg gibt es Lockerungen. Demnach dürfen Kinder mit einem leichten Infekt schon nach 24 Stunden ohne Symptome und einem durch die Eltern durchgeführten Schnelltest wieder in die Kita. Das stößt bei den Kita-Mitarbeitern auf wenig Gegenlieben, die sich jetzt mit einem Brandbrief an den Senat wenden wollen. "Man muss ja fast den Verdacht hegen, dass eine Corona-Durchseuchung in den Kitas in Kauf genommen wird oder sogar erwünscht ist, um eine größere Herdenimmunität zu erreichen", so eine Organisatorin im "Abendblatt". Die Sozialbehörde begründet den Schritt mit neuen Daten, die zeigen, dass Kinder weniger anfällig für eine Infektion und zudem auch weniger infektiös seien.

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