21. Januar 2026 – Isabell Wüppenhorst

Mehr Transparenz

Datenschützer fordert mehr Offenheit bei Hamburgs Behörden

Hamburgs Datenschützer kritisiert, dass Behörden oft Informationen zurückhalten – selbst wenn sie kaum sensibel sind. Was das für Bürgeranfragen bedeutet.

Hamburg Altstadt, Innenstadt, Hamburger Innenstadt, Rathaus
Foto: Shutterstock, Foto: Shutterstock

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Thomas Fuchs hat bei den Behörden mehr Freimut bei der Herausgabe von Informationen angemahnt. "Auf Seite der Behörden kann sich gerne noch eine größere Bereitschaft zu mehr Offenheit und Transparenz entwickeln", erklärte Hamburgs oberster Datenschützer anlässlich der Vorlage des neuen Transparenzberichts.

Wirtschaftsbehörde verweigert Einblick in HHLA-Strategiepapier

Es sei auffällig, dass Behörden in Einzelfällen kategorisch Auskunft verweigert hätten, obwohl die Informationen kaum brisant gewesen seien. So wollte demnach ein Bürger beim Teilverkauf des Hafenlogistikers HHLA an die Reederei MSC bei der Wirtschaftsbehörde ein Strategiepapier einsehen. Doch die Behörde habe sich zunächst geweigert, "obwohl das Papier sich lediglich als Präsentation einer Anwaltskanzlei mit Verkaufsoptionen und allgemein verfügbaren Unternehmensdaten entpuppte".

In einem anderen Fall habe sich die Senatskanzlei geweigert, die Namen der Gäste des prominent besetzten Matthiae-Mahls offenzulegen. Aus Fuchs' Sicht spricht jedoch vieles dafür, dass das Interesse der Öffentlichkeit hier gegenüber dem Geheimhaltungsinteresse der Gäste überwiegt. Dadurch entstehe der Eindruck, je vermeintlich politisch brisanter ein Thema, desto höher seien die Hürden für die Antragsteller.

Digitale Kommunikation oft nicht dokumentiert

Weiterhin scheitern Auskunftsanträge nach Beobachtung von Hamburgs oberstem Datenschützer häufig bereits daran, dass Informationen gar nicht erst dokumentiert würden. Das betreffe oft die digitale Kommunikation von Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern. In diesen Fällen laufe der Informationsanspruch der Bürger ins Leere. Für Fuchs steht daher fest: "Vor allem entscheidungsrelevante Kommunikation muss, egal ob sie in einem Chat oder per Mail stattgefunden hat, auch veraktet werden."

Weitere News On Air

Weitere Nachrichten aus Hamburg, Deutschland und der Welt hört ihr immer zur vollen Stunde bei uns im Programm. Holt euch einfach unsere kostenlose App, hört uns über euren Smartspeaker oder schaltet mit einem Klick unten auf den Playbutton das Webradio ein. Zum Nachhören gibt's das Ganze natürlich auch noch mal als Podcastangebot.

App, App Store, iOS, Play Store, Google
Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
Für iOS & Android

Holt euch die kostenlose Radio Hamburg App

Hört uns an jedem Ort auf der Welt in bester Qualität & störungsfrei über unsere kostenlose App. Holt sie euch jetzt für Android oder iOS.

(Quelle: dpa)

undefined
Radio Hamburg Live
Audiothek