18. Januar 2023 – Stefan Angele

Hamburg sucht Tausende neue Laien-Richter

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Schöffenwahl

Gericht, Gerichtssaal
Gerichtssaal I Foto: Gorodenkoff, Shutterstock

4.600 neue Schöffenrichter werden laut Strafgericht in Hamburg gesucht. Doch was bedeutet das eigentlich? Was sind Schöffen? Wie wird man Schöffe und was heißt es, wenn man dann Schöffe ist. Radio Hamburg Chefreporterin Carolina Koplin hat am Mittwochmorgen (18.01.) eure brennendsten Fragen zum Thema Schöffenwahl in Hamburg beantwortet. Hört doch nochmal rein!

Durchblick in der Schöffenwahl

Von Schöffen hört man immer und immer wieder, doch kaum jemand weiß eigentlich, was Schöffen machen. Deshalb bringt Radio Hamburg Nachrichtenredakteurin Carolina Koplin jetzt mal ein wenig Licht ins rechtlich Dunkle für euch!

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18.01.2023
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Schöffenwahl
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Was genau sind denn Schöffen und was machen die?

Schöffen sollen Hamburger wie du und ich sein. Oder anders gesagt, es soll die Bevölkerung abgebildet werden hinsichtlich Geschlecht, Alter, Beruf oder auch sozialer Stellung. Und wenn man erstmal Schöffe geworden ist, wird man an Prozessen teilnehmen. Das sollen dann aber nicht mehr als zwölf Sitzungstage im Jahr sein. Als Schöffe entscheidet man mit über das Urteil. Wir kennen doch alle den Satz "Im Namen des Volkes". Tja, und Schöffen tragen eben dazu bei, dass der Satz seine Wahrheit behält.

Kann jeder Schöffe werden oder muss ich dafür irgendwas besonders können?

Man muss schon ein paar Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört aber nicht etwa eine juristische Ausbildung. Eigentlich ist es ganz einfach: im Prinzip muss man die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, zwischen 25 und 69 Jahre alt sein und seit mindestens einem halben Jahr in Hamburg wohnen. Wer Vorbestraft ist, darf nicht Schöffe werden.

Und wie werde ich Schöffe? Ist das wie in so amerikanischen Filmen, dass ich irgendwann einen Brief bekomme “Sie sind für den Geschworenendienst berufen worden!” oder muss ich mich da aktiv bewerben?

Im Prinzip ja. Hamburg versucht das Problem der Schöffen-Suche aber anders zu lösen. Sie haben gerade ihre Kampagne gestartet und bitten um aktive Bewerbungen. Außerdem werden gerade 23.000 Briefe, mit der Bitte sich doch auf die Liste setzten zu lassen, verschickt. Wer das nicht will oder kann, soll das dann allerdings auch begründen heißt es. Dann wird entschieden, ob der Grund triftig ist.

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