14. Januar 2026 – Chiara-Lee Haartje

Bus statt Bahn:

Ersatzverkehr zwischen Hamburg und Berlin bleibt für Fahrgäste eine Geduldsprobe

Bus statt Bahn: Wegen der Sanierung zwischen Hamburg und Berlin müssen täglich Tausende Fahrgäste auf Ersatzbusse umsteigen. Betreiber und Bahn ziehen eine positive Zwischenbilanz. Fahrgastverbände sprechen dennoch von einer Zumutung.

Bahnstrecke, Schiene, Schienen
Bahnstrecke I Foto: Liz Kcer, Shutterstock

Trotz monatelanger Belastungen für Reisende zieht der Betreiber des Ersatzverkehrs auf der Strecke Hamburg–Berlin eine positive Zwischenbilanz. "Wir haben uns gut eingefahren", sagte Ecovista-Geschäftsführer Michael Bader nach einer Pressefahrt in Schwerin. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit seien sehr hoch. Seit August 2025 wird auf der stark frequentierten Bahnstrecke gebaut. Für die Dauer der neunmonatigen Generalsanierung fahren statt Zügen Busse. Nach Angaben der Deutschen Bahn gebe es keine praktikable Alternative.

Bahn räumt Zumutungen für Fahrgäste ein

"Wir haben unseren Kundinnen und Kunden wirklich viel zugemutet", sagte der DB-Bevollmächtigte für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Alexander Kaczmarek. Die deutlich längeren Fahrzeiten seien belastend, aber unvermeidbar. Ab dem 1. Mai sollen die Züge wieder regulär fahren. Gemeinsam mit den Ländern habe die Bahn ein umfassendes Verkehrskonzept erarbeitet, zu dem auch der Schienenersatzverkehr gehört.

Lange Fahrtzeiten treiben Fahrgäste ins Auto

Fahrgastverbände sehen den Ersatzverkehr kritisch. "Viele sind aufs Auto ausgewichen", sagte Pro-Bahn-Landeschef Marcel Drews für Mecklenburg-Vorpommern. Die zusätzlichen Umstiege und längeren Reisezeiten hätten dazu geführt, dass Busse teilweise nur schwach ausgelastet seien. Auch Karl-Peter Naumann von Pro Bahn in Hamburg und Schleswig-Holstein spricht von einer Herausforderung für Reisende, wenngleich der Betrieb insgesamt funktioniere. Anfangs habe es Probleme bei Barrierefreiheit und Beschilderung gegeben, diese seien inzwischen behoben.

Bis zu 30.000 Fahrgäste täglich in SEV-Bussen

Nach Angaben von Ecovista sind derzeit mehr als 200 Busse im Einsatz, die täglich rund 30.000 Fahrgäste transportieren. Seit Beginn des Ersatzverkehrs sind die Busse bereits 167 Tage unterwegs. Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Wolfgang Blank (parteilos) lobte das Krisenmanagement. Gleichzeitig betonte er den Investitionsstau bei der Bahn: "Wir haben einen großen Nachholbedarf in ganz Deutschland."

Winter, Unfälle und Sicherheitsmaßnahmen

Das Winterwetter zu Jahresbeginn stellte den Busbetrieb vor zusätzliche Herausforderungen. Glätte und Schnee führten zeitweise zu Verspätungen und Ausfällen. Nach einem Unfall im vergangenen Jahr führte Ecovista verpflichtende Alkoholtests für Busfahrer ein. Zudem wurde die Höchstgeschwindigkeit der Gelenkbusse dauerhaft auf 80 km/h begrenzt. Ermittlungen zu dem Unfall wurden inzwischen eingestellt.

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(Quelle: dpa)

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