25. Februar 2026 – Chiara-Lee Haartje
Frauen verdienen in Hamburg weiterhin deutlich weniger als Männer. Besonders groß ist die Lohnlücke bei Akademikerinnen.
Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Hamburg ist leicht zurückgegangen – bleibt aber hoch. Wie das Statistikamt Nord mitteilte, lag der sogenannte Gender Pay Gap im vergangenen Jahr bei 17 Prozent. 2024 hatte die Lohnlücke noch 18 Prozent betragen.
Frauen verdienten demnach durchschnittlich 25,29 Euro brutto pro Stunde, Männer kamen auf 30,40 Euro – ein Unterschied von 5,11 Euro pro Stunde.
Bundesweit und europaweit
Bundesweit lag der Gender Pay Gap sowohl 2024 als auch 2025 bei 16 Prozent. Anlass der Veröffentlichung ist der Equal Pay Day – jener Tag, bis zu dem Frauen statistisch gesehen unentgeltlich arbeiten.
EU-weit betrug der Verdienstunterschied zuletzt 12 Prozent. Grundlage der Zahlen ist laut Statistikamt Nord eine repräsentative Verdiensterhebung – für 2025 war dies der Monat April.
Größte Lücke bei hoher Bildung
Auffällig: Je höher der Bildungsgrad, desto größer die Lohnlücke.
- Frauen mit Hochschul- oder Fachhochschulreife verdienten im Schnitt 28,33 Euro,
- Männer mit vergleichbarem Abschluss 35,70 Euro.
Das entspricht einer Lohnlücke von 21 Prozent.
Bei Menschen ohne Schulabschluss lag der Unterschied bei lediglich acht Prozent. Bei Haupt- oder Realschulabschluss stieg er wieder auf 17 Prozent.
Kritik von Gewerkschaften und Sozialverbänden
Die Vorsitzende des Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Nord, Laura Pooth, erklärte, die Lohnlücke sei „kein Naturgesetz“. Sie sei Ausdruck struktureller Ungleichheiten – etwa durch ungleich verteilte Sorgearbeit, häufige Teilzeitbeschäftigung oder fehlende Betreuungsangebote.
Zudem arbeiteten viele Frauen in Branchen mit vergleichsweise niedriger Bezahlung, etwa in der Pflege, im Einzelhandel oder in der Gastronomie. Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) Hamburg übte Kritik. Dessen Vorsitzender Klaus Wicher betonte, gleiche Bezahlung sei eine Frage der Gerechtigkeit. Zudem erhöhe der geringere Verdienst das Risiko von Altersarmut für Frauen. Hier sei die Politik gefordert, gegenzusteuern.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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