09. August 2021 – Stefan Angele

Wie weit darf Kontrolle in der Liebe gehen?

In der Beziehung Handy checken, Passwörter abgeben? Paartherapeutin klärt auf

Foto: Shutterstock
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Stein des Anstoßes in der Radio Hamburg Morningshow waren am Freitagmorgen (06.08.) Jennifer Lopez und ihre neu-alte Beziehung zu Ben Affleck. Besonders ein Detail hat Laura, Stübi und André zusammen mit euch aber zur Diskussion angeregt. Nach der gescheiterten letzten Beziehung zu dem Schauspieler vor 17 Jahren verlangt der Radio Hamburg Megastar jetzt volle Transparenz von Affleck und will anscheinend Zugang zu allen Handys, Konten und Onlinediensten. Demnach habe er ihr alle Passwörter überreichen müssen, damit sie ihn zur Not durchleuchten kann. Kann das angehen? Ist das total drüber oder nachvollziehbar? Oder vielleicht sogar ein absoluter Vertrauensbeweis? Die Meinungen waren mehr als gespalten... Am Montagmorgen (09.08.) hat Paartherapeutin Carmen LLanos-Ahrens aus der Altstadt Licht ins Dunkle gebracht.

J.Lo trackt Affleck

Wie ein Insider dem "National Enquirer" erzählt haben will setzt die Latina voll auf das Konzept "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser". Nach dem Liebescomeback fordert die 52-Jährige nämlich ihren Liebsten zu jeder Zeit überwachen und kontrollieren zu können. Alle Code und Passwörter musste er demnach an sie aushändigen, was Affleck wohl direkt getan haben soll, obwohl er von der Idee nicht begeistert war. Bei Jennifer Lopez übrigens wohl gang und gäbe. Auch ihren Ex Alex Rodriguez überwachte sie schon so, um herauszufinden, wenn dieser unterwegs war. Hintergrund sind wohl Erfahrungen, die J.Lo. in der Vergangenheit mit ihren Männern gemacht hat, und durch die sie übel enttäuscht wurde.

Wie findet ihr das?

Die Radio Hamburg Morningshow wollte von euch wissen, wir ihr das findet und die Meinungen hätten nicht unterschiedlicher sein können. Während ein Teil das vollkommen okay findet, war der andere Teil entsetzt über so ein Vorgehen.

"Klar geht verweigern. Soweit ich weiß läuft Handy ähnlich wie Briefgeheimnis. Wen das stört hat ein echtes Vertrauensproblem" - Nia

"Also ich finde Privatsphäre gehört auch zu einer Beziehung" - Stefan

"Ich würde nie auf die Idee kommen die Passwörter meines Partners einzufordern und zwar einfach aus dem Grund, dass er es von sich aus tut und wir beide Zugang zu allen unseren Konten haben. Wir finden beide, dass das zu einer gesunden Beziehung dazu gehört, denn wir haben nichts voreinander zu verheimlichen. Viele Leute argumentieren mit Privatsphäre, aber ehrlich gesagt ist uns beiden nicht klar, welche Angelegenheit so privat sein können, dass sie den Partner nichts angehen. Wir sehen uns eher als eine Einheit ein, wir leben zusammen und stehen füreinander ein und die Zugänge vereinfachen einfach das gemeinsame Leben, denn so kann mein Partner beispielsweise auch mal 'ne Mail beantworten, wenn ich gerade keine Zeit habe. Das wäre nur ein Beispiel... Bei den Zugängen zu Konten ist es genau dasselbe: Spätestens wenn ein gemeinsamer Haushalt besteht und man die Finanzen teilt sollte die Möglichkeit bestehen auch auf das Konto des Partners zugreifen zu können. Wenn die Beziehung ganz frisch ist sieht es in dem Punkt natürlich noch etwas anders aus, wir haben allerdings in allen anderen Dingen von Anfang an mit offenen Karten gespielt und auch Zugang zum Handy etc. gewährt um auch einfach das Vertrauen aufzubauen. Das hat wunderbar funktioniert, denn wir sind nun schon seit fast 6 Jahren in einer glücklichen Beziehung, also alles richtig gemacht! Das mit der Privatsphäre ist für uns beide nicht nachvollziehbar und wenn wir unsere Freunde und Bekannte fragen, fangen sie bei der Frage auch nur an zu stottern. Vielleicht könnt ihr ja das Argument einmal weiter ausführen und uns zumindest mal eine Sache nennen, die den Partner nichts anzugehen hat?" - Patric & Sandra

Eine Paartherapeutin klärt auf

Doch wie ordnet eine echte Expertin dieses Thema ein? Ist das okay? Fehlt da Vertrauen und das Problem ist eigentlich an anderer Stelle? Oder geht das alles gar nicht? Laura, Stübi und André aus der Radio Hamburg Morningshow haben deshalb am Montag (09.08.) mit Paartherapeutin Carmen LLanos-Ahrens aus der Altstadt gesprochen. Was genau sie zu der Situation sagt und warum das immer ganz auf die Situation ankommt, hört ihr euch jetzt hier direkt noch einmal an:

Paartherapeutin im Interview
09.08.2021
Paartherapeutin im Interview
Reinhören

Fakten rund um Passwörter

Doch welche Passwörter werden überhaupt wie häufig verwendet? Laut dem Hasso-Plattner-Institut ist das am Ende leider ziemlich ernüchternd. Aus über 3,1 Millionen Daten wurde ersichtlich, dass die Deutschen nicht grade kreativ bei der Passwortwahl sind:

  1. 123456
  2. 123456789
  3. passwort
  4. hallo123
  5. 12345678
  6. ichliebedich
  7. 1234567
  8. 1234567890
  9. lol123
  10. 12345

Es gibt aber auch geschlechtsspezifische Unterschiede. Laut einer 2017 durchgeführten Studie von der IT-Beratungsfirma EPC Group, benutzen Männer 2,8 Mal häufiger als Frauen das Passwort "password" (in Deutschland dann "passwort"). Frauen setzen allerdings 1,3 Mal öfter als Männer auf den Namen ihres Partners/ihrer Partnerin. Doch wie sieht es dann mit dem Teilen von Passwörtern aus? Das Hamburger Marktforschungsunternehmen "Appinio" fand 2019 heraus, dass Frauen eher dazu breit sind ihre Passwörter für Handy und Laptop mit anderen zu teilen. Männer behalten demnach ihre Passwörter eher für sich.

Euer Start in den Morgen

Was sonst noch wichtig ist für Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein hört ihr zum Start in den Morgen immer zwischen 5 und 10 Uhr in der Radio Hamburg Morningshow mit John Ment, Laura Winter und André Kuhnert. Hört unbedingt mal rein, wenn ihr mit mehr guter Laune, den wichtigsten Infos für den Tag und mit der beste Musik in der Tag starten möchtet. Hört ihr immer und überall auf der Welt am einfachsten mit dem Webplayer hier direkt auf der Seite oder aber über die Radio Hamburg App!

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