12. Januar 2026 – Chiara-Lee Haartje

Schwere Vorwürfe gegen Angeklagten

Prozess um sechs Vergewaltigungen: 39-Jähriger vor Hamburger Landgericht

Ein 39-Jähriger muss sich in Hamburg wegen sechs Vergewaltigungen verantworten. Er soll seine Ehefrau schwer misshandelt und eine weitere Partnerin unter Drogen gesetzt haben. Der Prozess beginnt unter schweren Vorwürfen.

Gericht, Gerichtssaal
Gerichtssaal I Foto: Gorodenkoff, Shutterstock

Vor dem Landgericht Hamburg hat ein Prozess gegen einen 39 Jahre alten Mann begonnen, dem die Staatsanwaltschaft sechs Fälle von Vergewaltigung vorwirft. Zudem ist der Angeklagte wegen gefährlicher Körperverletzung und der Überlassung von Drogen zum unmittelbaren Verbrauch angeklagt.

Die Taten sollen sich zwischen 2018 und 2021 in Norderstedt, Hamburg-Barmbek und Hamburg-Winterhude ereignet haben. Der Mann sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Ehefrau soll gefesselt, geschlagen und vergewaltigt worden sein

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte seine damalige Ehefrau in zwei Fällen schwer misshandelt und vergewaltigt haben. Die Frau habe als Escort gearbeitet und auf Veranlassung ihres Mannes einen Freier in der gemeinsamen Wohnung empfangen.

Dabei sei der Angeklagte eifersüchtig geworden, habe seine Frau geschlagen, getreten, mit einer Hundeleine gefesselt und vergewaltigt. Als sie ihn bat aufzuhören, soll er ihren Kopf so stark in eine Matratze gedrückt haben, dass sie kurzzeitig das Bewusstsein verlor.

Weitere Tat in Hamburg-Barmbek

Bei einer weiteren Tat in einer gemeinsamen Wohnung in Hamburg-Barmbek soll der Angeklagte seine Ehefrau angeschrien, mit einem Gürtel geschlagen, an den Haaren über den Boden gezogen und geknebelt haben. Anschließend habe er sie an eine Heizung gefesselt, vergewaltigt und erniedrigt. Die Frau erlitt laut Anklage zahlreiche Verletzungen und trug eine dauerhafte Narbe im Gesicht davon.

Weitere Partnerin unter Drogen gesetzt

Im Jahr 2021 soll der Angeklagte eine spätere Partnerin in vier Fällen vergewaltigt haben. Drei dieser Taten habe er laut Staatsanwaltschaft nach vorheriger Verabreichung von Drogen begangen. In einem Fall sei die Frau bewusstlos gewesen. Am folgenden Tag habe sie den Angeklagten gefragt, was geschehen sei. Dieser habe geantwortet, er habe sie vergewaltigt.

Angeklagter schweigt, Gutachten ausstehend

Der Angeklagte äußerte sich zu Prozessbeginn nicht zu den Vorwürfen. Sein Verteidiger erklärte, zunächst müssten zwei von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene Gutachten vorliegen.

Dabei gehe es unter anderem um eine mögliche eingeschränkte Schuldfähigkeit des Angeklagten sowie um das Aussageverhalten und eine mögliche psychische Erkrankung einer der Frauen.

Öffentlichkeit möglicherweise ausgeschlossen

Der Vorsitzende Richter kündigte an, dass die Öffentlichkeit im weiteren Verlauf des Prozesses zumindest zeitweise ausgeschlossen werden könnte. Eine Entscheidung darüber soll später fallen. Das Gericht hat insgesamt elf weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am 18. März verkündet werden. Der Angeklagte ist zudem als Influencer auf der Plattform TikTok aktiv und hat dort rund 150.000 Follower.

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(Quelle: dpa)

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