17. Juni 2020 – Sebastian Tegtmeyer

Mit neuer Show "Paradiso" zurück in die Normalität

Schmidts Tivoli wagt den Neustart am 2. Juli

Foto: Morris Mac Matzen / Schmidts Tivoli
Foto: Morris Mac Matzen / Schmidts Tivoli

Seit Mitte März sind die Bühnen in Hamburg wegen Corona geschlossen. Doch überall entstehen kreative Konzepte, um trotzdem Theater zu machen. Am 2. Juli geht es im Schmidts Tivoli wieder los. "Endlich wieder Schmidt!": Nach mehr als drei Monaten Corona-Pause feiert das Schmidts Tivoli auf der Reeperbahn am 2. Juli als erste Hamburger Bühne seine Wiedereröffnung. "Wir wären nicht das Schmidt, wenn wir nicht aus der Not eine kreative Tugend machen würden", sagte Theater-Chef Corny Littmann. Für die Show "Paradiso" wurde das Theater in eine tropische Oase verwandelt. Die Zuschauer sollen in kleinen Inseln zusammensitzen, statt der sonst üblichen 620 Zuschauer können dann 255 Zuschauer in dem Theater Platz finden.

Neues Konzept

"Unter den gegebenen Auflagen ist ein normaler Theaterbetrieb für uns nach wie vor nicht möglich. Deshalb präsentieren wir ein völlig neues Theatererlebnis", sagte Littmann. Um eventuelle Wartezeiten zu verkürzen, beginne das Programm schon draußen vor der Tür. "Wir wollten keine leeren Sitze zeigen, sondern einen mit Menschen gefüllten Garten", erläutert er das Konzept. Um alle Auflagen zur Corona-Prävention zu erfüllen, gibt es einen neuen Saalplan, drei verschiedene Eingänge und zwei Einlasszeiten. Die Show dauere nur 75 Minuten und werde ohne Pause gespielt.

Alle vier Wochen eine neue Show

Im Premierenmonat von "Paradiso" führt Corny Littmann als Conférencier durch die Show mit einem Mix aus Gesang, Comedy, Magie und Artistik. Im Juli sind Sängerin und Schauspielerin Carolin Fortenbacher und Schmidt-Ensemblemitglied Nik Breidenbach mit dabei, die Zauberer Siegfried & Joy, Artistin Sina Brunner mit Performances am Tuch und am Vertical-Pole sowie Henning Mehrtens als vorlauter Paradiesvogel. Die musikalische Begleitung am Klavier übernimmt David Harrington. Alle vier Wochen werde es eine andere Show geben.

"Endlich nimmt die Kultur wieder Fahrt auf"

"Wir wollen ein positives Signal setzen, dass es wieder weitergeht", sagte Komponist Martin Lingau. Im September sollte eigentlich die Fortsetzung des Musicals "Die Königs vom Kiez" Premiere feiern und
vor Weihnachten eine Weihnachtsversion der "Heißen Ecke". "Wir haben weiter geprobt, damit wir sofort spielen können, wenn wir wieder öffnen dürfen", sagte Lingau. Kultursenator Carsten Brosda (SPD) ist von dem Engagement begeistert: "Endlich nimmt die Kultur wieder Fahrt auf! Hoffen wir, dass die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln weiterhin so gut wirken und Schritt für Schritt immer mehr Kunst und Kultur wieder möglich wird", sagte der Senator.

(dpa / ste)

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