Bundesweit

Studie enthüllt hohe Dunkelziffer bei Coronavirus-Infektionen

Eine Gesundheitsstudie der Universitätsmedizin Mainz hat gezeigt, dass 42 Prozent der Betroffenen gar nicht von ihrer Infektion Bescheid wussten. Die Dunkelziffer der Coronavirus-Infektionen ist damit erhöht.

Foto: creativeneko, Shutterstock
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Nicht jeder, der an dem Coronavirus erkrankt, weiß dies auch. Eine Gesundheitsstudie der Universitätsmedizin Mainz kommt nun zu dem Ergebnis, dass 42 Prozent der Betroffenen gar nicht von ihrer Infektion Bescheid wussten. 6,3 Prozent der Bevölkerung wären nach diesen Angaben bereits schon einmal mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Das sind deutlich mehr Infektionen, als das Robert Koch-Institut vermutet.

Im gesamten Pandemiezeitraum hat das Robert Koch-Institut seit Ende Januar 2020 bis einschließlich Dienstag rund 4,5 Prozent bestätigte Sars-CoV-2 registriert.

Mehr Männer und alte Menschen infizierten sich unwissentlich

Unwissentlich infizierten sich 44,2 Prozent der Männer mit dem Virus. Bei Frauen liegt dieser Prozentwert bei 40,6 Prozent. Die älteren Menschen zwischen 75 bis 88 Jahren machen mit 63 Prozent den größten Teil aus. Bei den 25- bis 34-Jährigen ist es hingegen nur jeder Dritte, welcher seine Infektion nicht bemerkte.

Diese Menschen sind besonders anfällig für eine Infektion

Besonders schutzbedürftig seien Menschen mit einem geringen sozioökonomischen Status. Dieser wurde auf der Basis des Haushaltsnettoeinkommens sowie der schulischen und beruflichen Bildung ermittelt. Der höhere Infektionsgrund liegt vor allem auch an den Wohnverhältnissen. Das liegt vor allem an weniger als neun Quadratmetern pro Person. Auch die Impfbereitschaft innerhalb dieser Gruppe sei insgesamt geringer.

Von Oktober 2020 bis Ende Juni 20210 haben rund 10.520 Menschen zwischen 25 und 88 Jahren an der Studie teilgenommen. Die Studie baut dabei auf eine im Jahr 2007 begonnene Gutenberg-Gesundheitsstudie mit 15.000 Menschen auf. Informationen zu psychosozialen Faktoren, Risikofaktoren, Vorerkrankungen, Lebensstil- und Umweltfragen lagen damit vor.

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