19. Januar 2026 – Chiara-Lee Haartje
Nachts kreisende Flugzeuge über Hamburg haben einen guten Grund: Die Stadt wird per Laserscan und Luftbild neu vermessen. Die Daten sind Grundlage für 3D-Modelle, Bauprojekte, Klimaschutz und Hochwasserschutz.
Viele Hamburger wundern sich über Flugzeuge, die nachts über der Stadt kreisen. Dahinter steckt kein Sonderflugverkehr, sondern eine geplante Vermessung der Stadt Hamburg.
Laserscans für präzise Stadtmodelle
Zwischen Januar und April finden sogenannte Laserscanning-Befliegungen statt. Dabei fliegen kleine Maschinen in etwa 760 Metern Höhe über das Stadtgebiet. Die Laser arbeiten außerhalb des sichtbaren Spektrums und sind völlig ungefährlich. Die Nacht ist dafür notwendig, weil tagsüber der reguläre Flugverkehr zu dicht ist und die Messungen stören würde.
Wann und wie oft wird vermessen?
Die Laserscan-Flüge laufen noch bis Mitte März und werden künftig etwa alle drei Jahre durchgeführt. Zusätzlich entstehen jährlich Luft- und Schrägluftbilder. Diese werden tagsüber bei gutem Wetter aufgenommen, idealerweise mittags bei hohem Sonnenstand, um Schatten zu minimieren.
Warum keine Drohnen eingesetzt werden
Drohnen wären rechtlich und organisatorisch extrem aufwendig. Sie müssten permanent im Sichtfeld bleiben, was bei einer Großstadt wirtschaftlich und zeitlich nicht sinnvoll wäre. Deshalb kommen speziell ausgestattete Flugzeuge zum Einsatz.
Wer führt die Vermessung durch?
Zuständig ist der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung. Je nach Wetterlage dauert die vollständige Vermessung Hamburgs zwei bis drei Tage mit insgesamt rund 15 Flugstunden.
Wofür die Daten gebraucht werden
Die erhobenen Geodaten sind gesetzlich vorgeschrieben und bilden eine wichtige Grundlage für:
- Stadt- und Verkehrsplanung
- Neubau- und Infrastrukturprojekte
- Starkregen- und Hochwassersimulationen
- Lärm-, Wind- und Umweltanalysen
- Solarpotenzial- und Begrünungsbewertungen
Damit sind sie ein zentraler Baustein für eine klimaresiliente Stadt.
Haben Bürgerinnen und Bürger einen Nutzen?
Ja. Viele der Daten stehen kostenfrei im Hamburger Geoportal zur Verfügung. Sie werden nicht nur von Behörden genutzt, sondern auch von Architekturbüros, Planungsbüros, Forschungseinrichtungen und Privatpersonen.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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