16. Juni 2020 – Sebastian Tegtmeyer

"Eine Sorge weniger"

Werben für mehr Fahrgäste in Busse & Bahnen

Foto: Shutterstock
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Mit mehr Hygiene, frischer Luft und einer Werbekampagne sollen wieder mehr Hamburger trotz Corona-Pandemie in Busse und Bahnen gelockt werden. Obwohl der Betrieb schon wieder bei nahezu 100 Prozent laufe, betrage das Fahrgastaufkommen noch immer nur knapp 60 Prozent, sagten HVV-Geschäftsführer Lutz Aigner und Hochbahn-Chef Henrik Falk bei der Vorstellung der Kampagne "Eine Sorge weniger" mit Verkehrssenator Anjes Tjarks. Auch die sonst üblichen Fahrplaneinschränkungen während der Sommerferien soll es in diesem Jahr nicht geben.

"Die wesentlichste Maßnahme", um das Ansteckungsrisiko auch bei steigenden Fahrgastzahlen zu minimieren, sei weiterhin das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes, sagte Falk. "Dann kann es auch enger werden, dann ist das Thema Abstand überhaupt kein Thema." Mit den derzeit geringen Neuinfektionen sei man in einer Situation, "dass wir, glaube ich, guten Gewissens empfehlen können, den HVV in Hamburg zu nutzen", sagte Tjarks. Er erinnerte daran, dass der HVV im vergangenen Jahr mit fast 800 Millionen Fahrgästen einen Rekord eingefahren habe. "Wir wollen natürlich nicht nur wieder dahin, sondern wir wollen dann auch irgendwann wieder darüber hinaus." Bei derzeit 55 bis 60 Prozent der Fahrgäste im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit spreche man immerhin von 1,5 Millionen Fahrgästen pro Tag, sagte S-Bahn-Geschäftsführer Kay Uwe Arnecke. "Deshalb ist der empirische Beweis eigentlich schon getätigt, dass HVV fahren sicher ist und es kein erhöhtes Ansteckungsrisiko gibt."

Trennscheibe in Bussen

Alle 1500 Hamburger Busse würden in den kommenden Wochen für jeweils rund 1.000 Euro mit einer Trennscheibe zum Fahrer ausgerüstet. Dadurch könnten auch die vorderen Türen wieder geöffnet und für mehr Durchlüftung gesorgt werden, sagte Falk. Die Trennscheibe mache auch den Fahrkartenverkauf im Bus wieder möglich. Zudem könne der bislang abgesperrte vordere Bereich des Busses wieder freigegeben werden, so dass es mehr Raum für Fahrgäste gebe. Auch viele der rund 800 Busse im Hamburger Umland seien bereits entsprechend ausgerüstet.

S-Bahn Türen sollen automatisch öffnen

Auch bei den U- und S-Bahnen sollen nach Möglichkeit an den Haltestellen alle Türen automatisch geöffnet werden, um für eine stete Durchlüftung der Wagen zu sorgen. Während dies bei der S-Bahn nur in den Zügen der neuesten Generation technisch möglich sei, könnten bei der U-Bahn auch ältere Züge nachgerüstet werden. Haltestangen und -griffe sollen zudem verstärkt und auch "sichtbar" desinfiziert werden, "um einfach das Wohlfühlen unserer Fahrgäste noch weiter zu verbessern", sagte Arnecke.

(dpa / ste)

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