09. Januar 2026 – Chiara-Lee Haartje
Er soll Kinder weltweit im Internet manipuliert und bis zur Selbstverletzung und zum Suizid gedrängt haben: In Hamburg beginnt morgen (09. Januar) der Prozess gegen den als "White Tiger" bekannten 21-Jährigen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Der unter dem Namen "White Tiger" bekannt gewordene mutmaßliche Cyberkriminelle steht ab Freitag (09. Januar) vor dem Hamburger Landgericht. Wegen seines Alters zur Tatzeit wird der umfangreiche Prozess vor einer Jugendkammer geführt. Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen.
Prozess mit internationaler Tragweite
Insgesamt werden dem heute 21-Jährigen 204 Straftaten vorgeworfen. Darunter sind ein vollendeter Mord sowie fünf versuchte Morde. Die Taten soll der Angeklagte zwischen 2021 und 2023 begangen haben. Die Verhandlung ist mit 82 Terminen bis Dezember angesetzt und zählt zu den größten Strafverfahren der vergangenen Jahre in Hamburg.
Opfer aus mehreren Ländern
Nach Angaben des Gerichts richteten sich die Taten gegen mehr als 30 Kinder und Jugendliche aus Deutschland, den USA, Kanada, England und Finnland. Zwei der deutschen Opfer stammen aus Hamburg. In einem Fall soll ein 13-jähriger Junge aus den USA durch den Einfluss des Angeklagten Suizid begangen haben.
Manipulation und Erpressung im Netz
"White Tiger" soll besonders verletzliche Kinder in sozialen Netzwerken emotional an sich gebunden haben. Laut Anklage zwang er sie in Livechats zu Selbstverletzungen oder sexuellen Handlungen. Die Aufnahmen nutzte er demnach, um die Opfer weiter zu erpressen und zu immer drastischeren Taten zu drängen.
Anführer einer Cybergruppe
Der Angeklagte gilt laut Ermittlern als Kopf einer international agierenden Gruppe von Cyberkriminellen. Die Taten seien aus sexueller Motivation begangen worden. Ziel sei es gewesen, Macht auszuüben und Abhängigkeiten systematisch auszunutzen.
Kritik an früheren Ermittlungen
Bereits 2021 hatte die Hamburger Polizei gegen den Beschuldigten ermittelt, das Verfahren jedoch eingestellt. US-Ermittler warfen deutschen Behörden später vor, zu spät reagiert zu haben. Der Angeklagte sitzt seit Juni in Untersuchungshaft in der Jugendvollzugsanstalt Hahnöfersand.
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Foto: Bloomicon / Shutterstock.com
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