09. Januar 2026 – Chiara-Lee Haartje

Große Probleme:

Winterwetter erschwert Alltag in Tierheimen

Eis und Schnee stellen Tierheime im Norden vor große Herausforderungen: Gassigehen fällt aus, der Arbeitsaufwand steigt und Streusalz gefährdet Tierpfoten. Gleichzeitig werden mehr hilfsbedürftige Wildtiere abgegeben.

Tierheim, Hunde, Tiervermittlung
Foto: hedgehog94, Shutterstock

Das anhaltend kalte Winterwetter belastet Tierheime in Hamburg und Schleswig-Holstein spürbar. Schnee, Eis und Glätte sorgen dafür, dass der Alltag für Tiere und Mitarbeitende deutlich komplizierter geworden ist, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt.

Sorge vor Schneefront in Hamburg

Beim Hamburger Tierschutzverein von 1841 blickt man mit Sorge auf die angekündigten Schneefälle. Zwar werden die Wege im Tierheim regelmäßig geräumt, doch Spaziergänge mit Hunden sind bei Glätte oft nicht möglich. Aktuell leben dort 134 Hunde, 138 Katzen sowie mehr als 500 weitere Tiere – darunter Reptilien und Wildtiere.

Streusalz als Gefahr für Hundepfoten

Kritisch sehen Tierheime den Einsatz von Streusalz. Dieses schadet nicht nur der Umwelt, sondern kann auch schmerzhafte Verletzungen an Hundepfoten verursachen. Obwohl Hamburg das Streusalz-Verbot vorübergehend aufgehoben hat, appellieren Tierschützer an einen sparsamen Einsatz.

Gassigehen fällt vielerorts aus

Im Tierheim Flensburg bleibt die Einrichtung bei starkem Frost teils geschlossen. Ehrenamtliche Gassigänger können die Hunde dann nicht ausführen, da die Unfallgefahr zu groß ist. Stattdessen werden die Tiere im Tierheim beschäftigt oder nutzen Außenzwinger, sofern diese eisfrei sind.

Mehr Igel und Wildtiere abgegeben

Mehrere Tierheime berichten von einer steigenden Zahl gefundener Igel. Diese sollten eigentlich Winterschlaf halten, werden aber bei Kälte und Schnee umherirrend entdeckt. Auch unterkühlte Wildtiere und Stadttauben werden häufiger abgegeben.

Steigende Kosten und zusätzlicher Aufwand

In Kiel und Lübeck schlagen vor allem höhere Energie- und Tierarztkosten zu Buche. Zusätzlich erfordern Schutzmaßnahmen wie Hundemäntel, Pfotenschutz, beheizte Rückzugsorte und dicke Stroheinstreu mehr Personal und Zeit. Viele Tierheime arbeiten dabei ohnehin am Limit.

Notfallpläne für Eis und Schnee

Tierheime wie in Lübeck setzen bei winterlichen Bedingungen auf feste Notfallpläne. Wege werden kontinuierlich gestreut, Gehege gesichert und Tiere mit warmen Unterkünften versorgt. Ziel ist es, sowohl Tiere als auch Mitarbeitende vor Unfällen zu schützen.

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(Quelle: dpa)

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