10. Juli 2020 – Julia Nagel

Misshandlung, Drogen und Fäkalien

Rosenkrieg von Johnny Depp und Amber Heard geht in die nächste Runde

Johnny Depp und Amber Heard liefern sich seit ihrer Scheidung 2017 einen erbitterten Rosenkrieg. Am Dienstag (7. Juli) ging dieser jetzt in die nächste Runde!

Foto: Shutterstock
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Schauspieler Johnny Depp kämpft in London vor Gericht gerade um seinen Ruf. Depp soll seine Ex-Frau Amber Heard geschlagen haben. 2018 berichtete "The Sun" darüber und nannte ihn im Zuge dessen einen "Frauenschläger". Johnny selbst dementiert die Vorwürfe. Jetzt schildert der "Fluch der Karibik"-Star vor Gericht seine Version einer der wohl turbulentesten Ehen Hollywoods. Diese fünf explosiven Aussagen machten bereits aus dem ersten Prozesstag einen hollywoodreifen Film.

Amber Heard soll gewalttätig geworden sein

Der Rosenkrieg zwischen Johnny Depp und Ex-Frau Amber Heard könnte ein hollywoodreifer Film sein. Die zahlreichen Vorwürfe, die Amber Heard in den vergangenen Jahren gegen ihren Ex-Mann gehalten hat, hat der Schauspieler selbst nun dementiert. Im Gegensatz dazu soll sie selbst der gewalttätige Part in der Beziehung gewesen sein. Um diese Aussage zu bekräftigen, präsentierten Johnnys Anwälte Fotos von ihm im Krankenhaus. Die 34-Jährige soll auf ihn mit einer zerbrochenen Wodkaflasche losgegangen sein und dabei seine Fingerkuppe abgeschnitten haben. Amber Heard behauptet hingegen, ihr damaliger Ehemann habe sich die Verletzungen selbst zugezogen, indem er ein Telefon mehrmals gegen die Wand schlug. Depp äußert gegenüber dem Gericht: "Wann immer diese Situationen eskalierten, habe ich versucht, in meine eigene Ecke zu gehen. Ich wollte mich trennen, bevor die Dinge aus dem Ruder liefen". Laut dem Hollywood-Star soll es aber noch schlimmer geworden sein. Heard soll eine Zigarette in seinem Gesicht ausgedrückt haben. "Die Schwere dieser Verletzungen führte dazu, dass mir die Ausartung der Misshandlung, die Frau Heard mir so lange zugefügt hatte, persönlich bewusst wurde", zitiert "Daily Mail" die Aussage Depps.

Beschuldigungen über Beschuldigungen

Aber es kommt noch skurriler! Es bleibt nämlich nicht nur bei Anschuldigungen, was Misshandlung und Körperverletzung angeht. Johnny Depp sagte gegenüber dem Gericht aus, dass seine Ex-Frau "oder einer ihrer Freunde" während ihrer Ehe absichtlich ihr großes Geschäft ins Bett gemacht haben soll. Laut "Hollywoodlife" wollte sich die 34-Jährige nicht zu diesen Anschuldigungen äußern. Kein Wunder, dass die Ehe des Hollywood-Paars nur 15 Monate hielt. Doch selbst in in dieser kurzen Zeit soll Amber nicht treu gewesen sein. Heard soll einen Dreier mit Elon Muskund Cara Delevingne gehabt haben. Ebenso soll die 34-Jährige ihn mit dem Schauspieler James Franco betrogen haben. Die Gegenseite warf ihm wiederum vor, dass er die Kontrolle verliert, Hotelräume zerstört und Menschen gegenüber gewalttätig wird. Als Beweis führte das Team von Amber Heard ein Video vor, bei dem er im Alkoholrausch eine Weinflasche durchs Zimmer warf und einen Wutausbruch hat. Er gab zu seit der Kindheit Probleme mit Alkohol und Drogen zu haben. Besonders skurril wurde es, als Johnny einen Beleg für seine „verantwortungsbewusste Vaterschaft" erläutert. Er habe seiner Tochter, als sie 13 Jahre alt war, das erste Mal Marihuana gegeben, denn seine Tochter sollte sich in Bezug auf diese Droge „sicher" fühlen. Das Verfahren soll drei Wochen dauern. Langweilig wird’s wohl nicht.

Unser Kinoinsider Christian Aust hat Johnny Depp schon mehrere Male schon persönlich getroffen. Würde Johnny zuschlagen? Wie Christian ihn einschätzt und erlebt hat, ganz aus dem Nähkästchen geplaudert...

Johnny Depp soll seiner Frau angedroht haben, ihren Hund in die Mikrowelle zu packen. Ist er wirklich der Typ dafür?

Christian Aust: "Das ist schwer zu sagen. Nach seiner eigenen Aussage hat er ja Sachen gemacht, an die er sich nicht mehr erinnern kann, weil er unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen stand. Ich habe ihn ja wirklich oft erlebt, mindestens zehn mal interviewt und Pressekonferenzen mit ihm moderiert. Was ich immer fand war ist, dass er immer freundlich, nett und sanft war. Aggressiv habe ich ihn nie erlebt."

Du hast ihn ja umarmt. Hat er so einen leichten Vodka-Duft?

Christian Aust: "Also man merkt es schon, dass er drauf ist aber das ist ja auch kein Geheimnis. In Berlin hat er es zweimal geschafft, völlig daneben über einen roten Teppich zu laufen. Er musste sogar von seinen Assistenten gestützt werden. Das ist ein absolutes PR-Disaster."

Wie schätzt du ihn denn persönlich ein? Ist er ein Mann, der seine Frau schlägt?

Christian Aust: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass er seine Frau schlägt. Es gibt Menschen, die haben ein passiv-aggressives Verhalten oder Temperament. Das habe ich bei Johnny Depp in all den Jahren nie erlebt. Auch wenn er unter Stress Stand nicht - ganz im Gegenteil: Er ist jemand, der eher bei einem mit einem "Danke" ankommt und einfach sanft ist."

Jetzt gibt es ja Beweis-Videos von ihm, das ihn nicht gerade friedlich zeigt. Wie passt das zu dem Bild, wie du Johnny Depp ja erlebt hast?

Christian Aust: "Wir wissen es ja ganz genau, von welchen Substanzen und Medikamenten er abhängig war. Diese in Kombination mit hartem Alkohol - da kann man für niemanden die Hand ins Feuer legen. Dann wird vielleicht auch ein Johnny Depp mal aggressiv."

Du hast ja auch Amber Heard mal erlebt, wie war das?

Christian Aust: "Ich habe sie als sehr ambitionierte, Karriere-bewusste Frau erlebt. Sie wollte an die Spitze,damals schon. Ich habe gleich gedacht, dass von ihrer Seite bestimmt auch das Interesse da ist, dass sie eher Aufmerksamkeit will. Sie behauptet ja, dass Depp eifersüchtig auf ihre Karriere sei. Das war aber von Anfang an umgekehrt."

Hat das Ganze Auswirkungen auf Johnny Depps Karriere?

Christian Aust: "Die Karriere ist jetzt schon in Trümmern. Er hatte in dem Tierwesen eine Rolle, aber auch keine wirklich große Rolle. Captain Jack Sparrow ist seine einzige große Rolle und die droht er jetzt auch noch zu verlieren. Der Produzent hält zwar noch zu ihm, aber Disney ist hingegen sehr konservativ. es sieht so aus, als wenn der nächste "Fluch der Karibik"-Film weitgehend oder sogar ganz ohne Johnny Depp geplant wird."

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