23. Februar 2021 – Stefan Angele

Testen, Abstände, Hygienekonzepte

Eventbranche präsentiert Plan für Großveranstaltungen

Foto: Shutterstock
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Personalisierte Tickets, Datenabgleich, Tests - mit einem Drei-Stufen-Plan wollen Wissenschaft, Sport und Kultur trotz Corona-Pandemie wieder Zuschauer bei Großveranstaltungen ermöglichen. Bei geschlossenen Räumen wie Konzerthäusern, Theatern, Opern, Hallen oder Arenen soll für jeden Veranstaltungsort ein Hygiene-, Lüftungs- und Infektionsschutzkonzept notwendig sein. Dazu wurde heute ein entsprechendes Papier vorgestellt. Nutzen soll es allen: Das Konzept eigne sich vom kleinen Stadttheater bis zum Berliner Olympiastadion.

Modulares Konzept für Events

Mit einem modularen Konzept wollen Wissenschaft, Sport und Kultur wieder mehr Zuschauer in ihre Spielstätten holen - bis hin zu Vollbesetzung. "Wir wollen der Politik einen Weg aufzeigen, wie es zurück gehen könnte", sagte der Berliner Gesundheitsökonom Florian Kainzinger am Montag (22.02.) in Berlin während der Präsentation des von gut 40 Sport- und Kultureinrichtungen getragenen Konzeptes, an dem 20 Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen mitgewirkt haben.

Plan noch ohne Zeitplan

Einen konkreten Zeitpunkt wollten die Beteiligten nicht nennen. Es gehe um eine Zusammenschau von verschiedenen Kriterien, "zentrale Frage ist die Belastung des Gesundheitswesens", sagte Kainzinger. "Wir können nicht alles absperren, bis die letzte Person geimpft ist." Aus Sicht von Georg-Christian Zinn, Facharzt für Hygiene und
Umweltmedizin in Ingelheim, soll das Konzept "möglichst vielen Zuschauern die Möglichkeit geben, an den Veranstaltungen teilzunehmen". Als Vertreter der Theater sagte Klaus Dörr, Intendant der Volksbühne Berlin: "Wir können jeden Tag starten."

Unterschiedliche Konzepte mit verschiedenen Zuschauergrößen

Der Leitfaden sieht zunächst ein Basiskonzept zur Rückkehr von Zuschauern vor. Bei geschlossenen Räumen wie Konzerthäusern, Theatern, Opern, Hallen oder Arenen soll jeweils ein Hygiene-, Lüftungs- und Infektionsschutzkonzept notwendig sein. Zudem werden Konzepte zum Ein- und Auslass sowie für An- und Abreise verlangt. Damit werde eine Besetzung zwischen 25 und 30 Prozent möglich. Im Außenbereich wird bei vergleichbaren Standards eine Auslastung von bis zu 40 Prozent als möglich betrachtet. Für mehr Auslastung dienen Spezialkonzepte, wobei ein Hygienekonzept mit hohen Standards "Wildwuchs" verhindern soll. Ein Maximalmodell
erfordert etwa digitales Kontaktmanagement und Antigen-Tests vor jeder Veranstaltung. Mit solchen Maßnahmen ist laut Konzept eine "Vollauslastung von Opern, Konzerten und Sportereignissen" möglich.

Breites Bündnis mit Expertenrat

Zu den Unterstützern zählen Expertinnen und Experten etwa aus den Bereichen Infektiologie und Virologie, Raumlufttechnik, Gesundheitsökonomie sowie Sport- Kultur- und Rechtswissenschaften. Mitgezeichnet haben Deutscher Fußball-Bund, Handballbund, Volleyband-Verband, Basketball Bund mit ihren jeweiligen Liga-Verbänden ebenso wie der Bühnenverein mit zahlreichen Einzeltheatern. Aus dem Veranstaltungsbereich sind einige Hallen und Arenen dabei.

Positive Reaktionen aus der Politik

Aus der Politik kamen erste positive Reaktionen. Von einem "richtigen Weg" sprach Berlins Kultursenator Klaus Lederer. "Die Initiative ist nicht hoch genug einzuschätzen", sagte der Linke-Politiker. "Es braucht eine Perspektive, die uns Hoffnung und Ansporn gibt, damit wir wegkommen von den Durchhalteappellen ohne Aussichten auf Verbesserungen", sagte Lederer, der derzeit auch die Kulturministerkonferenz der Länder leitet. Dies müsse allerdings im vollen Wissen um die Gefahren des Virus und entsprechend realistischer Einschätzung geschehen. Auch die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sieht Möglichkeiten für pandemiegerechte Kultur- und Sportveranstaltungen. "Mit kreativen Ideen, Teststrecken und hygienegerechten Konzepten können wir hoffentlich bald wieder Kultur genießen, in großen und in kleinen Spielstätten, denn das fehlt uns allen sehr."

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